Schering

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Als Global Player mit mehr als 26.000 Mitarbeitern in 140 Tochtergesellschaften erwirtschafteten wir 2004 einen Umsatz von 4,907 Milliarden Euro. Ein Fünftel unseres Konzernumsatzes geben wir jährlich für Forschung und Entwicklung aus. (Selbstdarstellung 2005)

Inhaltsverzeichnis

Eigentümerstruktur

  • Allianz AG, München (über 10%)
  • Rest Streubesitz bei rund 135.000 in- und ausländischen AktionärInnen (41% deutsch, 14% britisch, 13% US-amerikanisch, 6% Schweiz, 5% Luxemburg)
  • 69% des Grundkapitals wird von institutionellen Anlegern gehalten

(Nach „Wem gehört die Republik? 2005“ von Rüdiger Liedtke, Eichborn Verlag, Frankf./Main Oktober 2004.)

Geschichte

Die Schering AG entstand im 19. Jahrhundert aus einer Apotheke in Berlin.

In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts begann Schering mit der Forschung an Hormonpräparaten, an denen sie heute einen Weltmarktanteil von ca. 35% hält.

Für die Zeit des deutschen Faschismus bescheinigt sich Schering eine für die herrschenden Umstände vergleichsweise vorbildliche Haltung gegenüber gefährdeten Mitarbeitern. Ab 1940 werden auf Anweisung der zuständigen Reichsstellen in geringer Zahl auch Zwangsarbeiter beschäftigt. (Schering Website)

Ende 2003 verklagte ein Überlebender von Ausschwitz, Simon Rozenkier, Bayer und Schering auf eine unbestimmte Summe. An ihm und vielen anderen Männern und Frauen wurden im KZ Auschwitz Sterilisationsexperimente vorgenommen, an denen historischen Dokumenten zufolge Ärzte von Schering beteiligt waren und Pharmazeutika von Bayer benutzt wurden. (New York Times 19.11.03 Kopie 1, New York Times 19.11.03 Kopie 2, zusammenfassende Übersetzung)

Siehe auch

Schering-Plough

Schering wurde 1942 in den USA, Brasilien, Mexiko und Venezuela enteignet. 1971 verbanden sich Plough und Schering in den USA. (brand eins Online 3/03, Antiquariat alte historische Aktien, Opentopia)

Zwischen der Schering AG und Schering-Plough gibt es indirekte wirtschaftliche Zusammenhänge über die Bayer AG. Schering-Plough befindet sich in einer „strategischen Allianz“ mit Bayer. (Medical Market 13.11.04) Bayer und die Schering AG haben ein gemeinsames Aufsichtsratsmitglied; in beiden Aufsichtsräten sitzen Aufsichtsräte der Deutsche Bank und Allianz sowie ThyssenKrupp (Bayer Geschäftsbericht 2004, Schering AG Geschäftsbericht 2004)

Wegen Qualitätsmängeln in der Produktion zahlte Schering-Plough 2002 in einer Vereinbarung mit der US-Aufsichtsbehörde Food and Drug Administration (FDA) 500 Millionen US-$, den höchsten derartigen Betrag in der Geschichte der FDA. (FDA News 17.5.02)

Siehe auch


Novartis, Merck, Alnylam

Die Schering AG und die Novartis Pharma AG vermarkten gemeinsam ein Krebsmittel: PTK787 (PTK/ZK zur Behandlung von metastasiertem Dickdarmkrebs).

Im Rahmen der Vereinbarung werden die Unternehmen die Vermarktung und weitere Produktentwicklung in allen Onkologie-Indikation inklusive metastasierender kolorektaler Krebs in allenwichtigen Märkten gemeinsam durchführen. Die Vereinbarung ist so ausgestaltet, dass sie für beide Unternehmen sowohl in Hinblick auf die Vertriebsrechte als auch -märkte den gleichen Wert entfalten kann. Novartis übernimmt die Führung der Co-Promotionaktivitäten in Nordamerika, Schering diejenigen in Europa. In Japan werden die Co-Promotionaktivitäten von bei den Unternehmen gemeinsam durchgeführt. In Asien (exklusive Japan) und dem Mittleren Osten hat Novartis die exklusiven Vertriebsrechte, Schering übernimmt die alleinige Vermarktung in Lateinamerika, Afrika und Australien. (Novartis Presseinfo 25.1.05)

Da Studien mit PTK/ZK nicht die gewünschten Ergebnisse brachten, wollen Novartis und Schering die Zulassungsstrategien ... überdenken ... und das Potential von PTK/ZK weiter untersuchen. (Schering Presseinfo 28.7.05)

Im September 2005 kündigte Novartis eine Allianz mit Alnylam Pharmaceuticals, Inc. an. (Webbold GlobalBusiness News 7.9.05).

Einer der Berater von Alnylam ist Thomas Tuschl, ehemals beim Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen tätig (Alnylam-Info, Stand 10/2005), Presseinfo Max-Planck-Gesellschaft 31.1.03). Tuschl erhielt den mit 50 000 Euro dotierten Ernst-Schering-Preis 2005 der Schering-Stiftung, die von der Schering AG errichtet wurde (Ärzte Zeitung 20.9.05, Schering-News).

Alnylam kooperiert mit Merck, Medtronic und Novartis (Alnylam-Info, Stand 10/2005).

Merck kooperiert mit Schering-Plough (Forbes 10.28.02), die wiederum mit Novartis kooperieren (Novartis Medienmitteilung 10.4.03).

Nachrichten

März 2006: Bayer will Schering schlucken

Die Bayer AG hat am 23./24. März 2006 der Schering AG ein Übernahmeangebot unterbreitet. Der Aufsichtsrat von Schering kündigte an, den AktionärInnen die Annahme des Angebots zu empfehlen. Zuvor, am 12. März 2006, hatte der Chemie- und Pharmakonzern Merck KgaA Schering ebenfalls ein Übernahmeangebot gemacht, war aber dann von Bayer ausgebootet worden. (Finanzen.net 27.3.06)

Der resultierende Pharmakonzern soll Bayer Schering Pharma AG heißen und seinen Sitz in Berlin haben.

Trotz der recht hohen Offerte haben sich auch die Anteilsscheine von Bayer um rund 1,4 Prozent verteuert. Der Markt spekuliert auf die sich ergebenden Synergien. Bayer sieht bei einer Übernahme von Schering einen möglichen Stellenabbau von rund 6.000 Beschäftigten. (ARD 24.3.06)

Derzeit arbeiten bei Bayer in der Sparte Health Care fast 34.000 Menschen. Bei Schering arbeiten rund 25.000 Menschen. (Netzeitung 24.3.06)

Die Übernahme von Schering muss durch das Kartellamt genehmigt werden.

In einigen Medienbeiträgen wird die Übernahme in Zusammenhang mit dem Vermarktungsstopp des Cholesterinhemmers Lipobay® im Jahr 2001 gebracht, der im Zusammenhang mit über 50 Todesfällen steht und Bayer zu einer Offensive im Pharmabereich nötige. Bei Yahoo!Finanzen 24.3.06 heißt es zum Beispiel:

Fünf Jahre nach dem Lipobay-Debakel wollen die Leverkusener [d.h. Bayer] mit der größten Übernahme in der Firmengeschichte wieder Anschluss gewinnen. ... Mit dem Lipobay-Debakel 2001 hatten die Leverkusener ihren Nimbus als Apotheke der Welt eingebüßt. (Mehr dazu ...)

März 2007: Nach Übernahme von Schering durch Bayer sollen 1.500 Arbeitsplätze gestrichen werden

Frankfurter Rundschau 2.3.07:

Die Fusion von Bayer und Schering sorgt jetzt für einen heftigen Konflikt: Das Management will in Deutschland 1500 Arbeitsplätze streichen. Allein in Berlin - dem Stammsitz der Tochter Schering - sollen 1200 Jobs wegfallen. Der Betriebsrat kündigte Widerstand an. ... Insgesamt baut der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern im Zuge der Schering-Eingliederung weltweit 6100 Stellen ab - etwas mehr als ursprünglich geplant. ... Die Arbeitnehmer verlangen von Bayer eine Betriebsvereinbarung bis zum 13. März. ...

Bayer hatte Schering im vergangenen Jahr nach einem Bieterkampf mit dem Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck für 17 Milliarden Euro übernommen.

Siehe auch

Siehe auch

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