Sachverständigenrat

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Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen soll im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung Gutachten für die gesundheitspolitische Rahmenplanung erstellen. Seine Mitglieder werden vom Bundesgesundheitsminister bzw. von der Bundesgesundheitsministerin ernannt.

2003 schlug der Sachverständigenrat Streichungen in Milliardenhöhe vor, um die Beiträge zur Krankenversicherung zu senken . (Rhein-Zeitung 25.2.03). 2004 war Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt sauer, weil die Beiträge nicht sanken. (Medizinauskunft 12.10.04, ZDF 22.5.04)

Zur Zeit (August 2005) hat der Sachverständigenrat folgende sieben Mitglieder.


Inhaltsverzeichnis

Gisela C. Fischer

Stand: August 2005

Fischer ist wie Wille bei der Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen (Beisitzerin Patienten/Verbraucher). Außerdem ist sie Mitglied beim Bundesverband Managed Care (BMC). Zu beiden Organisationen siehe unten „Wille“.

Zusammen mit Wille referiert Fischer beim BMC über die Gutachten des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. Der BMC schreibt über die Gutachten:

Die Gutachten des Sachverständigenrates sind seit vielen Jahren wesentliche Impulsgeber für die deutsche Gesundheitspolitik. Nahezu alle Themen, die das Gesundheitswesen nachhaltig beeinflusst haben, sind vorab in den umfangreichen Gutachten thematisiert worden. Die weit reichende Diskussion über Unter-, Über- und Fehlversorgung, Disease Management Programme oder neue Vergütungssysteme seien hier nur exemplarisch genannt. Die Gutachten zeichnen sich durch ihre Unabhängigkeit und fundierte Analysen komplexer Themenstellungen aus. Die heterogene und hochklassige Zusammenstellung des Sachverständigenrates hat in der Vergangenheit sichergestellt, dass sie gleichermaßen unterschiedliche Sichtweisen berücksichtigt haben. (Einladung des BMC Frühjahr/Sommer 2005)

Gerd Glaeske

Stand: August 2005

Gleaske ist Mitglied der Standardzulassungskommission beim Bundesgesundheitsamt / Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BGA / BfArM) und Erster Vorsitzender der Fachgesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie (GAA).

Im Deutschen Ärzteblatt vom 22.2.02 taucht Glaeske im Zusammenhang mit Rhön und Lauterbach auf:

Prof. Dr. med. Dr. sc. Karl W. Lauterbach, enger Berater von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), ist Mitglied des Rhön-Aufsichtsrates und des Beirates. Zusammen mit den Professoren Gerd Glaeske, Bert Rürup und Jürgen Wasem legte Lauterbach im Dezember 2001 das Thesenpapier „Weichenstellung für die Zukunft – Elemente einer neuen Gesundheitspolitik“ vor. Darin wird unter anderem der Übergang des Sicherstellungsauftrags auf die Krankenkassen gefordert. Zudem empfiehlt die Expertengruppe, den Kontrahierungszwang in der Gesetzlichen Krankenversicherung aufzuheben. Letzteres hätte auch weitreichende Folgen für die Krankenhausplanung: Krankenkassen könnten sich dann die Vertragskrankenhäuser für ihre Versicherten auswählen, was wettbewerblich ausgerichteten, also Krankenhäusern mit einer günstigen Kostenstrukur zugute käme.

Die Koalition gegen Bayer-Gefahren (CBG) zitierte 2003 Glaeske mit den Worten, Bayers Glucobay sei „gerade mal so wirksam ist wie Müsli“.


Siehe auch

Adelheid Kuhlmey

Stand: August 2005

Kuhlmey ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Marseille-Kliniken AG.

Karl W. Lauterbach

Stand: August 2005

Lauterbach ist Mitglied des Aufsichtsrates der Rhön-Kliniken.

Im November 2006 schlug Lauterbach einen Finanzausgleich der privat Pflegeversicherten zugunsten der gesetzlich Pflegeversicherten vor, da bei Privatversicherten das Pflegerisiko um zwei Drittel geringer sei als bei gesetzlich Versicherten. (Deutsches Ärzteblatt 18.11.06)


Siehe auch

Rolf Rosenbrock

Stand: August 2005

Rosenbrock ist Mitglied des Nationalen AIDS-Beirats, Mitglied des Berliner Zentrums Public Health (WzPH) und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Peter C. Scriba

Stand: August 2005

Scriba ist Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer sowie Aufsichtsrat bei der Helios Kliniken GmbH, beim Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden (Vorsitzender), beim Universitätsklinikum zu Köln und bei der Universität zu Lübeck (Hochschulbeirat).

Scriba ist außerdem Wissenschaftlicher Berater der Paul-Martini-Stiftung, die, wie es in der Selbstdarstellung im Internet heißt, bei ihrer Gründung ... von fünf forschenden Arzneimittelherstellern getragen [wurde], die in der Medizinisch Pharmazeutischen Studiengesellschaft zusammengeschlossen waren: der Bayer AG, C. H. Boehringer Sohn, E. Merck, Hoechst AG und der Schering AG. Ihr Zweck ist die Förderung der Arzneimittelforschung, insbesondere durch Fortbildung junger Wissenschaftler, vor allem auf dem Gebiet der Klinischen Pharmakologie.

Seit 1994 ist der Verband der Forschenden Arzneimittelhersteller (VFA) Träger der Stiftung. Der VFA, so die Selbstdarstellung im Internet, vertritt die Interessen von 39 weltweit führenden forschenden Arzneimittelherstellern und 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik.

Eberhard Wille

Stand: August 2005

Wille ist Vizepräsident der Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen (GRPG).

Diese Gesellschaft bezweckt laut ihrer Satzung die Förderung des interdisziplinären Austausches und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung auf dem Gebiet des Arzt-, Arzneimittel-, Apotheken-, Pharma-, Gesundheits- und Sozialrechts, des Rechts der Fachberufe im Gesundheitswesen, wie auch der Sozial- und Gesundheitspolitik.

Dem Präsidium der GRPG gehören, heißt es in der Selbstdarstellung im Internet, Vertreter der Ärzte, Zahnärzte und Apotheker, der Arzneimittelhersteller, der Fachberufe im Gesundheitswesen, der Juristen, der Krankenkassen, der Medien, der Politik, der Patienten und Verbraucher sowie der Verwaltung und Ökonomie an.

Einer der Vizepräsidenten der GRPG ist Oberender. Der Schatzmeister kommt vom BKK Landesverband Bayern, die Schriftführerin von GlaxoSmithKline.

Der Präsident, P.F. Ehlers, und der Generalsekretär, Michael Feldmann, kommen von der Rechtsanwaltssocietät Ehlers, Ehlers & Partner, die mit folgendem Text wirbt:

Aufgrund enger Kooperation mit zahlreichen Institutionen und Entscheidungsträgern sind wir in der Lage, Problemlösungen auch außerhalb der Gerichte anzubieten. Ausgezeichnete Netzwerke versetzen uns in die Lage, effektiv, unkompliziert und schnell Entscheidungen vorzubereiten und Informationen zu vermitteln. So waren wir bei der Gründung verschiedener Institutionen beteiligt oder arbeiten in deren Führungsgremien mit ...

Eine der aufgeführten Institutionen ist der Bundesverband Managed Care (BMC). Dem BMC gehören u.a. Pharmaunternehmen, Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen, Krankenkassen und -versicherungen, ärztliche Körperschaften und Banken an, darunter Fresenius Kabi.

Der BMC wirkt daran mit, heißt es in der Selbstdarstellung im Internet, die Gesundheitsversorgung in Deutschland unter Beachtung bewährter Errungenschaften zukunftsfähig zu gestalten. ... Der BMC vertritt die gemeinsamen Vorstellungen und Ziele seiner Mitglieder im politischen Raum, bei Entscheidungsträgern, Verbänden und Körperschaften. Im Rahmen gesetzgeberischer Massnahmen ist der BMC für die politischen Entscheidungsträger ein Gesprächspartner, der keinen Partikularinteressen verpflichtet ist.

Siehe auch

  • Deutsches Ärzteblatt 10.6.05
    Interview mit Eberhard Wille zur Zusammenlegung von Gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und sozialer Pflegeversicherung

Siehe auch

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