Neue Pergamon

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Die Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH (NPK) betreute bundesweit mehrere Krankenhäuser, Reha-Kliniken und andere Einrichtungen.

Tochterunternehmen der Neuen Pergamon waren u.a.:

Insgesamt gab es 20 Tochterunternehmen, teilweise zu 100% im Besitz der NPK. (Die Rheinpfalz 8.7.06).

Ende 2004 betrug das Stammkapital der NPK 2.729.400 Euro. Hauptgesellschafter und Geschäftsführer der NPK war G. mit 47,01%, M. besaß 31,24%. S.F., bis Mitte 2006 Geschäftsführer des Sankt Marienhospitals in Gelsenkirchen-Buer (Geschäftsbesorgung NPK). (Info NPK – gelesen 6/06, E-Mail 10.6.06) hielt 5,35%. Der Rest verteilte sich auf ca. 10 weitere Gesellschafter.

Im Juli 2006 betrug der Anteil G.s knapp über 50%. Er übertrug diese Anteile an Treuhänder, nachdem ihm Betrügereien als Geschäftsführer des Klinikums Ludwigshafen vorgeworfen wurden.

Seit dem 13.10.2006 steht die Neue Pergamon offiziell unter Insolvenzverwaltung.


Lesen Sie unter den nachstehenden Links welchen Schaden die NPK angerichtet hat:


Übersicht zur Situation der NPK-Einrichtungen
Stand Dezember 2006


Bild:Npk0003.gif




Inhaltsverzeichnis

Struktur

Stand: 1.6.04. Ohne Gewähr.

Akutkrankenhäuser

Ab 1.2.05 kam das Klinikum Ansbach hinzu.

Seniorenzentren/Pflegeheime

  • in Trägerschaft
    • Pflegeheim Horska nemocinice Krkonose -- Vrchlabi (Tschechien), 60 Plätze
  • in Geschäftsbesorgung
    • Alten- und Pflegeheim der Stadt Ludwigshafen -- Ludwigshafen, 320 Plätze

Reha-Kliniken

  • in Beteiligung an der Eifelhöhenklinik AG
    • Kaiser-Karl-Klinik -- Bonn, 124 Betten
    • Eifelhöhenklinik Marmagen -- Marmagen, 446 Betten
    • Aaltalklinik Wünnenberg -- Bad Wünnenberg, 240 Betten
    • REHA Düsseldorf -- Düsseldorf, ambulant

Plasmapherese

  • Tochterunternehmen
    • Deutsche Gesellschaft für Humanplasma
      Plasmazentren Koblenz, Dessau, Dresden, Krefeld

Services


Nachrichten

Juli/August 2006

Neue Pergamon vor Insolvenz?

Rheinpfalz Online meldet am 18.8.2006, dass sich die Neue Pergamon vor der Insolvenz retten will, indem sie ihre Tochter "Deutsche Gesellschaft für Humanplasma" (DGH) an die Octapharma verkauft. Octapharma ist Hauptabnehmerin der Produkte der DGH. "Es gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer, aber wir sind noch nicht bei 51 Prozent", wird in dem Bericht ein Banker zitiert. Gewissheit gebe es erst Mitte der folgenden Woche.

Laut Rheinpfalz Online vom 13.7.06 steht die Neue Pergamon möglicherweise
wegen der Affäre um das Ludwigshafener Klinikum ... vor der Insolvenz ... Dem an mehreren kommunalen Krankenhäusern, medizinischen Einrichtungen und Zulieferern beteiligten Unternehmen, das etwa 1.500 Mitarbeiter beschäftigt, bleiben der Tageszeitung "Die Rheinpfalz" zufolge nur noch zwei Wochen Zeit, um neue Investoren zu gewinnen und die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden.

Die Rheinpfalz berichtet weiter, G.s Anteile an der Neuen Pergamon werden an noch unbekannte Personen abgegeben. Die Sparkasse Vorderpfalz habe 3,5 Millionen Euro an Krediten für die Pergamon-Tochter Deutsche Gesellschaft für Humanplasma gekündigt. Die Rheinpfalz vom 15.07.2006 berichtet: Nach Angaben von NPK-Geschäftsführer O. hat die DGH nach der Kündigung von Krediten inzwischen ihren Geschäftsbetrieb aufgeben müssen. Dagegen heißt es in der Rheinpfalz vom 6.11.06: Die NPK hat die Deutsche Gesellschaft für Humanplasma (DGH) verkauft. Mit dem Erlös kann sie einen Teil ihrer Verbindlichkeiten gegenüber den Banken ablösen. Das teilte die NPK gestern mit.

Für das St. Elisabeth-Krankenhaus Oberhausen wird ein neuer Investor gesucht. Der erst vor kurzem eingesetzte Geschäftsführer O. wurde fristlos gekündigt. (WAZ Obernhausen vom 14.7. und 18.7.06, Wormser Zeitung 18.7.06)


Die Rheinpfalz vom 11.7.06:

Unabhängig von der weiteren Entwicklung wird der Name Neue Pergamon nicht überleben. O.: „Der Name ist nicht mehr zu halten." Er will die Gesellschaft als Geschäftsführer unter dem Namen „Netzwerk Gesundheit Hospitalgesellschaft" neu am Markt platzieren und sich als solche nur auf das „Kerngeschäft" konzentrieren, das Führen und Managen von kleinen und mittleren Krankenhäusern. Er habe ein Unternehmenskonzept entwickelt und sehe gute Chancen am Markt. Er werde alle NPK Töchter zerschlagen. Der umstrittenen NPK-Einkaufsverbund sei aufgelöst.

Mitteilung der Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH 17.7.06:

Die Gesellschafter der Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH haben am 16.07.2006 eine Gesellschafterversammlung abgehalten. Es waren 100% der Stimmenanteile vertreten. Der Bericht einer vor einigen Tagen beauftragten unabhängigen Wirtschaftsprüfungs- und Rechtsanwaltsgesellschaft brachten massive Zweifel an der Zweckmäßigkeit der Handlungen des Geschäftsführers O. Der Versammlung wurde nach der Vorabprüfung eine sofortige Abberufung und fristlose Kündigung des Herrn O. empfohlen. Die Gesellschafterversammlung hat daraufhin mit einer Mehrheit von über 95% aller Kapitalanteile die sofortige Abberufung und fristlose Kündigung beschlossen. Die Versammlung hat weiter Herrn Rechtsanwalt S.A. als neuen, alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführer bestellt...

Die Rheinpfalz vom 18.7.06:

Nach S.A.s Darstellung soll O. den Gesellschaftern der NPK mit der öffentlichen Insolvenzandrohung „die Pistole auf die Brust gesetzt" haben, um sie dazu zu bringen, ihre Anteile am Unternehmen abzugeben und die Firma an die Helios Kliniken GmbH aus Fulda zu verkaufen. Diese Darstellung wies O. zurück.

Die Rheinpfalz ebf. vom 18.7.06:

Für eine Sanierung oder für einen geordneten Verkauf von Unternehmensteilen gebe es gute Aussichten, erklärte der neue Geschäftsführer [S.A.]... Derzeit liefen die Verhandlungen mit mehreren kreditgebenden Banken.

Die Rheinpfalz vom 19.07.06:

Der entlassene Geschäftsführer O. erklärte gestern Abend, durch seine Abberufung sei ein Rettungsversuch der Firma zum Scheitern verurteilt worden. O. sagte weiter, er habe ein fortgeschrittenes Sanierungskonzept für das finanziell angeschlagene Unternehmen entwickelt. Sein Rettungsversuch wäre möglicherweise noch in dieser Woche gelungen. Als er den 13 NPK -Gesellschaftern am Freitag über seine Pläne bei einer Sitzung berichten wollte, seien die Hauptgesellschafter nicht erschienen. Die drei Großgesellschafter G., M. und S.F. verfügen in der NPK über eine Mehrheit von rund 83 Prozent. Nach O.s Meinung hätten sie einen Beitrag zur Rettung des Unternehmens leisten müssen. "Ohne Einbußen für sie wäre das alles nicht abgelaufen", erklärte der Ex-Geschäftsführer weiter.


Siehe auch

September 2006

Neue Pergamon unter Insolvenzverwaltung

Wormser Zeitung 30.9.06:

Das Amtsgericht Ludwigshafen hat die Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH (NPK) unter vorläufige Insolvenzverwaltung gestellt. Es entsprach damit einem Antrag des städtischen Klinikums [Ludwigshafen], das gegen die NPK Forderungen in Millionenhöhe geltend macht. ... Das Amtsgericht verbietet mit seiner Entscheidung der NPK, Vermögensgegenstände ohne Zustimmung zu veräußern oder Forderungen einzuziehen ... , wobei auch anfechtbare Geschäfte wieder rückgängig gemacht werden können. Dabei handelt es sich vor allem um den Verkauf von zwei einst NPK-eigenen Kliniken in Norddeutschland [Oberhausen und Lengerich] für je einen Euro an die Prange Business Group, für die der Pergamon-Geschäftsführer S.A. tätig ist.

Die Stadt erhebt gegenüber der NPK Forderungen in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro. Diese seien dem Klinikum Ludwigshafen vom Klinikum-Geschäftsführer G. vorenthalten worden. Die Stadt befürchtet, dass sie als Gläubiger gegenüber Banken zurückstehen muss, denen gegenüber die NPK ebenfalls Forderungen zu erfüllen hat. Die NPK war in die Krise geraten, nachdem der Betriebsrat des Klinikums im März 2003 die Oberbürgermeisterin Ludwigshafens, Eva Lohse, auf Unregelmäßigkeiten im Klinikum aufmerksam machte und zu Sonderprüfungen des Klinikums veranlasste. Knapp zwei Jahre später erhob Lohse öffentlich Vorwürfe gegen G. und forderte seine Entlassung. (Die Rheinpfalz 12.8.06)

Wormser Zeitung 27.09.06:

Der Insolvenzantrag [des Klinikums Ludwigshafen] hat zum Ziel, dass das Klinikum in der Konkursmasse berücksichtigt wird. Die Dringlichkeit ... des Antrages ... rührt aus der Geschäftstätigkeit der Neuen Pergamon, die "vier werthaltige Gesellschaften" ihr Eigen nennt, zu denen die Wäscherei des städtischen Klinikums, eine Blutplasma-Firma in Ludwigshafen sowie zwei Krankenhäuser ... zählen. Die Krankenhäuser wiederum sollen für je einen Euro an ein Unternehmen verkauft worden sein, an dem der derzeitige Pergamon-Geschäftsführer S.A. beteiligt ist. Es gibt nach Äußerungen aus dem Stadtrat und der Verwaltung außerdem ein Nebengeschäft zwischen der NPK und dem früheren Ludwigshafener Oberbürgermeister S., für das die Frist in Kürze abläuft.

O., bis zum 16. Juli 2006 Geschäftsführer der NPK, hatte bereits am 18. Juli 2006 - also kurz nach seiner Entlassung - einen Insolvenzantrag für die NPK gestellt, um nicht in den Verdacht der strafrechtlich relevanten Insolvenzverschleppung [zu] geraten (Die Rheinpfalz 18.7.06 mit Berufung auf anonyme Quellen). Dieser beim zuständigen Amtgericht tatsächlich registrierte Insolvenzantrag wurde von der neuen NPK-Geschäftsführung unter S.A. bis in die erste Augustwoche hinein dementiert und im August erfolgreich angefochten (Die Rheinpfalz 12.8.06, MorgenWeb 26.8.06). Zwischenzeitlich verkaufte die NPK oben erwähnte zwei Krankenhäuser mit einem geschätzten Wert von 17 Millionen Euro für 1 Euro an die Prange Business Group, für die S.A. als Wirtschaftsanwalt tätig ist (Die Rheinpfalz 29.11.06). Die Prange Business Group "unterstützt" die MVB AG, in deren Zusammenhang S.A. als Geschäftsführer tätig ist (Info von Prange, gelesen 15.10.06, Handelsregister Plettenberg). Die MVB AG besitzt Beteiligungen an Pharmafirmen, die wohl auch Krankenhäuser beliefern (Portfolio der MVB AG).

Zur Zeit wird spekuliert, ob die Stadt Ludwigshafen auch gegen S. Forderungen erheben wird. Anfang 2002, nach seinem Ausscheiden als Bürgermeister Ludwigshafens und der Vermittlung der Klinik-Geschäftsführung an G., war S. mit einer Einlage von rund 350.000 Euro als geschäftsführender Gesellschafter bei der NPK eingestiegen. Bei der Rückgabe seiner Anteile an die NPK im Jahr 2004 erhielt S. von der NPK 700.000 Euro und zusätzlich Pfandrechte bei der Zentralwäscherei Rhein-Neckar in Höhe von 200.000 Euro - möglicherweise rechtswidrig. S. sagte, tatsächlich habe er beim Einstieg in die NPK 730.000 Euro an die NPK überwiesen. Die restlichen 170.000 Euro erklärte er mit "Wertsteigerungen", die durch ihn erwirkt worden seien (MorgenWeb 13.9.06).

Die Zentralwäscherei Rhein-Neckar GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Klinikum Mannheim gGmbH und der NPK (Info des Klinikums Mannheim, gelesen 15.10.06).

Dezember 2006

Krankenhäuser Lengerich und Oberhausen als Konkursmasse

Der Insolvenzverwalter Dr. Werner Schreiber von der Kanzlei Wellensiek & Partner (Heidelberg) sagte am 30.11.06, die Forderungen gegen die Neue Pergamon (NPK) betrügen 30 Millionen Euro. Die Stadt Ludwigshafen bzw. das Klinikum Ludwigshafen stellt Forderungen in Höhe von 8 Millionen Euro (Mannheimer Morgen 1.12.06). Laut Schreiber meldete ein weiteres Krankenhaus, das von der NPK geleitet wurde, Schadenersatzansprüche in Höhe von 10 Millionen Euro an. Bei Banken bestehen Verbindlichkeiten von rund 10 Millionen Euro. (Die Rheinpfalz 1.12.06)

Der Geschäftsführer der NPK, S.A., hatte zwei Krankenhäuser - das Krankenhaus Lengerich und das St. Elisabeth-Krankenhaus Oberhausen - für je einen Euro verkauft, um sie dem Zugriff der Gläubiger zu entziehen (Die Rheinpfalz 1.12.06). Käufer war eine Zwischenholding der Prange-Group (Wormser Zeitung 1.12.06). S.A. ist für die Prange Business Group als Rechtsanwalt auf dem Gebiet der Insolvenzberatung tätig (Info der Prange Business Group, gelesen 6.12.06). Er wurde von den Gesellschaftern der NPK eingesetzt, als G. aufgrund von Betrugsvorwürfen in Zusammenhang mit dessen Funktion als Geschäftsführer des Klinikums Ludwigshafen gehen musste und die NPK dadurch in die Krise geriet.
Sicherlich missversteht die Sache, wer annimmt, hier habe einer versucht, ein Krankenhaus zu beklauen, und sein Nachfolger sodann, zwei Krankenhäuser zu klauen.

Auch die anderen NPK-Töchter, etwa Catering- und ITFirmen, waren von Hauptgesellschafter G. verlagert worden. Nun ist es gelungen, die Krankenhäuser und einige medizinische Dienstleistungsunternehmen der NPK zurückzuführen. Laut Insolvenzverwalter laufen bereits Verhandlungen mit Investoren über den Verkauf der beiden Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen. Dem Vernehmen nach sind die Helios Klinik-Gruppe und die Rhön-Klinikum AG als Interessenten im Gespräch. Wie hoch der Erlös aus einem Verkauf sein könnte, darüber wollte Schreiber keine Angaben machen. (Die Rheinpfalz 1.12.06)

Mit dem Verkauf der Krankenhäuser beauftragt hat Schreiber die Aktiva Gesellschaft für Management im Gesundheitswesen mbH. (Westfälische Nachrichten 2.12.06)


Siehe auch

Februar 2007

Krankenhäuser Lengerich und Oberhausen an Helios übergeben

Am 1. Februar 2007 wurden die Krankenhäuser Lengerich und Oberhausen an Helios übergeben. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Der Kaufpreis wird geheim gehalten, scheint aber eine gewisse Höhe zu besitzen, da Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse damit rechnet, dass mit einem Teil des Kaufpreises - über die Insolvenzmasse - auch die Forderungen der Stadt befriedigt werden können. (Mannheimer Morgen 2.2.07)

Die beiden Krankenhäuser waren zuvor vom Geschäftsführer der Neuen Pergamon, S.A., für je einen Euro verkauft worden, sind dann aber "zurückgeholt" worden, um die Schulden der Neuen Pergamon zu begleichen, die aufgrund von unseriösen Geschäften entstanden waren. Siehe dazu diese Seite und Klinikum Ludwigshafen.


Siehe auch

M.

"Neue Pergamon-Mitgründer" wechselt zum Klinikum Stuttgart

M. ist seit dem 1. Mai [2004] Geschäftsführer des Klinikums Stuttgart und Krankenhausdirektor der vier städtischen Krankenhäuser. Gemeinsam mit Bürgermeister Klaus-Peter Murawski, der kommissarisch die gleichen Funktionen im Klinikum wahrnimmt, führt er gleichberechtigt die Geschäfte des Klinikums. ... Nach beruflichen Stationen bei der Bundesanstalt für Arbeit, der Gewerkschaft ÖTV und als Personaldirektor im Krankenhaus der Stadt Ludwigshafen am Rhein, gründete er 1996 die Krankenhaus-Management Gesellschaft „Neue Pergamon“. Dort übernahm er 2002 die Funktion des geschäftsführenden Gesellschafters und die des Geschäftsführers im Stadtkrankenhaus Schwabach, einem der zehn Krankenhäuser der Gesellschaft. (Amtsblatt Stuttgart 7.5.04)


Schlagzeile in den "Stuttgarter Nachrichten" vom 1. Oktober 2005

Stuttgarter Nachrichten 1.10.05:

Geschäftsführer verlässt nach 18 Monaten Klinikum
"Weniger Stress": M. geht nach Ansbach - Schmitz künftig alleiniger Krankenhauschef'

Der abrupte Wechsel wirft Fragen auf. Wer geht schon bei ca. 200.000 Euro Jahresgehalt und zusätzlich ca. 100.000 Euro Bonus freiwillig???

Wer kennt die wahren Gründe?


Siehe auch

M. wird in den öffentlichen Dienst übernommen

Am 8.11.06 beschloss der Verwaltungsrat des Klinikums Ansbach, M. für 100.000 € Jahresgehalt plus Zulagen für "außergewöhnliche Leistungen" - wohl der KollegInnen - direkt beim Klinikum Ansbach einzustellen. (Fränkische Landeszeitung 7.11.06, 8.11.06)

Laut Fränkischer Landeszeitung vom 9.11.06 kündigte M. eine kompromisslose und konsequente Reform innerhalb des Krankenhauses [an]. Konkret bedeute dies, dass die Ausgaben für Sachmittel gesenkt werden müssen, aber auch die Personalkosten müssten angepasst werden.

Die Stelle als Vorstand des Klinikums, die M. erhielt, wurde nicht öffentlich ausgeschrieben. Unter anderen hatte der Dinkelbühler Kreisrat Otto Sparrer (Freie Wähler) eine öffentliche Ausschreibung der Stelle gefordert. Der Ansbacher Oberbürgermeister Ralf Felber begründete seine Weigerung einer öffentlichen Ausschreibung mit der Notwendigkeit der "Kontinuität" im Klinikum (Fränkische Landeszeitung 8.11.06) - obschon ja nach M. gerade Diskontinuität geschaffen werden soll (siehe vorigen Absatz).

M. war zuvor im Rahmen eines Bestellungsvertrages mit der Neuen Pergamon, an der er Anteile besaß oder besitzt, für das Klinikum tätig gewesen. Dieser Vertrag wurde gelöst, als die Neue Pergamon infolge von Betrugsvorwürfen gegen ihren Hauptgesellschafter G. unter Insolvenzverwaltung gestellt wurde. Der neue Anstellungsvertrag für M. soll so abgefasst sein, dass M. entlassen werden kann, wenn ihm "strafrechtlich relevante" Verwicklungen in diese Sache nachgewiesen werden können. (Fränkische Landeszeitung 8.11.06)

Klinikum Ansbach

Reaktion auf die Vorgänge um G.

Der Vorstand des Klinikums Ansbach, M., zugleich Geschäftsführer und Mitgründer der Neuen Pergamon, wechselte im Oktober 2005 überraschend vom Klinikum Stuttgart ins Klinikum Ansbach.

Laut Fränkischer Landeszeitung (FLZ) vom 13.7.06 hat M. alle Einkäufe für das Klinikum gestoppt, die über die Neue Pergamon abgewickelt werden. Betroffen seien 20% der Einkäufe. Die Bonuszahlungen seien laut M. korrekt an das Klinikum geflossen.

Die örtlichen Grünen und die CSU wollen das Klinikum Ansbach mit den Krankenhäusern Dinkelsbühl, Feuchtwangen und Rothenburg zu einem einzigen Unternehmen fusionieren, wodurch der Vertrag mit der Neuen Pergamon hinfällig würde. M. sagte, er habe seine Anteile an der Neuen Pergamon an Treuhänder abgegeben. (FLZ 18.7.06)

Ist Vorstand M. psychisch überhaupt in der Lage das Klinikum Ansbach zu führen? In einem Forum seiner Abi-Abschlussklasse schreibt M. am 16.12.2009: „Ich selbst lebe hier in einer extremen Dauerstress-Situation und versuche irgendwie zu überleben.“'

Zur Erinnerung: M. wechselte 2005 vom Klinikum Stuttgart nach Ansbach um künftig weniger Stress zu haben!

Vorgeschichte

Presseerklärung der Ansbacher ÖDP-Stadträte vom 07.01.2005 zur Neuen Pergamon Management GmbH:

Der FLZ war zu entnehmen, dass die Geschäftsführung des Krankenhauses Ansbach der Neuen Pergamon Management GmbH übergeben werden soll. Obwohl wir nach dem Willen der CSU/SPD-Mehrheit aus dem Aufsichtsrat des Krankenhauses ausgeschlossen wurden, sehen wir uns dennoch in der Verantwortung und melden deshalb unsere Bedenken gegen die Vergabe an diese bundesweit tätige Gesellschaft an. Nach unseren Recherchen befürchten wir, dass dadurch die Abwicklungs- und Privatisierungstendenzen noch weiter verstärkt werden. So spielte die Neue Pergamon bei der Abwicklung des Krankenhauses Wetter/Ruhr keine gute Rolle, was der Betriebsrat mit den Worten kommentierte: "Die Neue Pergamon verkauft alles, was nicht niet- und nagelfest ist". ...

Aus Ansbach ist zu hören: In Ansbach hatten aufmerksame Mitarbeiter die Geschäftspraktiken der NPK von Anfang an durchschaut. Dadurch konnte ein größerer Schaden verhindert werden.
Dass sich die NPK in Ansbach so lange halten konnte und der Mitbegründer der NPK M. weiter als Vorstand tätig sein kann, liegt allein an den "schwarz-roten Amigos".

Der Ausdruck "Amigos" steht im Zusammenhang mit einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 25. November 2006. Dort heißt es unter der Überschrift Ansbacher Amigos - In der Bezirkshauptstadt von Mittelfranken regieren die Lokalfürsten auf dem allzukurzen Dienstweg:

Doch egal, ob F. [Oberbürgermeister von Ansbach, SPD] mit seinen engagierten Mitarbeitern in einem Leipziger Nobellokal 1300 Euro aus der Stadtkasse verfuttert (davon 640 Euro für alkoholische und 4,50 Euro für alkoholfreie Getränke) oder seine Pressesprecherin gleich mehrere Gehaltsstufen hochkatapultiert - die schwarz-rote Rathausbruderschaft steht in Treue fest zu ihm. Die SPD muckt aus Angst vor dem Verlust des OB-Postens nicht auf, und die CSU hält er F.-Intimus und Landtagsabgeordnete B. stramm auf Gefolgskurs. Schließlich mache der seit 1990 amtierende rote F. lupenreine schwarze Politik. ... Landrat S1 (CSU) ... [fiel auf], als er in der FLZ stolz mit seinem neuen Dienstwagen posierte, einem Luxus-Schlitten mit allen Schikanen, während er gleichzeitig einer Bügerbewegung gegen Rechtsradikalismus 150 Euro Zuschuss streichen wollte. ... Glücklicherweise pflegen Justiz und Politik in Ansbach regen Austausch ...



Hinweis: Das Wort "Amigos" vermittelt einen negativen Zusammenhang der "Vetternwirtschaft" darüber, dass es spanisch ist. Hierbei handelt es sich um einen Ausdruck von Ressentiments, deren Wirksamkeit ebenfalls auf Ressentiments beruht.




Siehe auch

St. Elisabeth-Krankenhaus Oberhausen gGmbH

Siehe St. Elisabeth-Krankenhaus Oberhausen.

St. Marien-Hospital Gelsenkirchen-Buer

Dr. Gregor Mattheis, stellvertretender Vorstand der Stiftung des Sankt Marien-Hospital Buer (MHB) gab gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung – Lokalausgabe Gelsenkirchen vom 20.5.06 an, das MHB habe ein Defizit von 2,5 Millionen Euro. Ein Teil der roten Zahlen sei entstanden, weil das MHB für 1000 zu viel ausgeführte Operationen 65 Prozent der Einkünfte wieder abführen müsse. Es gibt aber auch Gerüchte über einen möglichen Misserfolg des "Zentrums für klinische Pharmazie" in Bottrop, das im April 2005 eingeweiht wurde. Inhaber dieser Großapotheke, die etliche Häuser im Umkreis mit Arzneien versorgt, sind das MHB (zu 51%) und das St. Elisabeth-Krankenhaus Oberhausen (49 %), an dem wiederum die NPK, in der S.F. ebenfalls Geschäftsführer ist, eine Beteiligung hält.

Am 15.5.06 wurde der Kooperationsvertrag des MHB mit der Neuen Pergamon Krankenhaus Management GmbH (NPK) gekündigt. Die NPK war seit 1998 mit der Geschäftsführung des Krankenhauses beauftragt. Zum Ende Juni 2006 wird S.F., Gesellschafter der NPK, als Geschäftsführer des MHB ausscheiden.

Es handele sich um "einvernehmliche" Trennungen, betonte Mattheis. Der Vertrag zwischen MHB und NKP [enthalte] eine Option zur Trennung, wenn das MHB "einen strategischen Partner gefunden" habe. ...
Die Verflechtung der Geschäfte des MHB und seines Geschäftsführers S.F. scheinen vielfältig und undurchschaubar. S.F. wurde 1998 von der NPK als Geschäftsführer nach Buer geholt. In der Ludwigshafener NPK ist er auch Geschäftsführer.
Unter S.F. wiederum wurde eine gemeinsame Geschäftsgründung des MHB in Bottrop (Zentrum für Klinische Pharmazie) mit dem Oberhausener St. Elisabeth Krankenhaus eingeleitet. Im Oberhausener Krankenhaus hält die NPK Anteile. Ob es sich tatsächlich allein um "Anlaufschwierigkeiten" in Bottrop handelt oder auch um ausgebliebene Zahlungen, wie Insider vermuten, wird wohl später geklärt werden.
(Westdeutsche Allgemeine Zeitung – Lokalausgabe Gelsenkirchen vom 20.5.06)


Zur Zeit verhandelt das MHB mit dem Marienhospital Gelsenkirchen-Ückendorf (Caritas) über eine engere Zusammenarbeit.


Reaktion auf die Vorgänge um G.

Westdeutsche Allgemeine 20.5.06:

Überraschend, aber "einvernehmlich" getrennt hat sich das Sankt Marien-Hospital Buer (MHB) von seinem Geschäftsführer S.F. und der Neuen Pergamon Krankenhaus Management GmbH (NPK) ... Begründet wird diese Maßnahme mit einer bevorstehenden Partnerschaft mit dem Ückendorfer Marienhospital. Wie Dr. Gregor Mattheis vom Vorstand der MHB-Stiftung betont, gebe es im Vertrag zwischen MHB und NKP eine Option zur Trennung, wenn das MHB "einen strategischen Partner gefunden" habe. Aus Ückendorf werden derweil "gemeinsame Gespräche" zwar bestätigt, Konkretes zu vermelden würde aber Erfolgen "weit voraus greifen", heißt es in einem Brief an die Chefärzte als Reaktion auf "Gerüchte über eine Fusion". Festzustehen scheinen aber auch wirtschaftliche Probleme des MHB. Mattheis spricht von einer "Schieflage", die sich auf 2,5 Millionen Euro belaufe. Eine Ursache sei die Budgetierung, der auch die Krankenhäuser unterliegen. Mattheis: "Wir haben etwa 1000 Operationen zu viel aufgeführt. 65 Prozent der Einnahmen daraus müssen wir wieder abführen, obwohl uns die entsprechenden Kosten entstanden sind." ... Im Fehlbetrag von 2,5 Mio. Euro sind auch die Auswirkungen der Turbulenzen um das Bottroper Zentrum für Klinische Pharmazie enthalten. ... Die Verflechtung der Geschäfte des MHB und seines Geschäftsführers S.F. scheinen vielfältig und undurchschaubar. S.F. wurde 1998 von der NPK als Geschäftsführer nach Buer geholt. In der Ludwigshafener NPK ist er auch Geschäftsführer. Unter S.F. wiederum wurde eine gemeinsame Geschäftsgründung des MHB in Bottrop (Zentrum für Klinische Pharmazie) mit dem Oberhausener St. Elisabeth Krankenhaus eingeleitet. Im Oberhausener Krankenhaus hält die NPK Anteile. Ob es sich tatsächlich allein um "Anlaufschwierigkeiten" in Bottrop handelt oder auch um ausgebliebene Zahlungen, wie Insider vermuten, wird wohl später geklärt werden.

St. Marien-Hospital erhebt Schadenersatzforderung gegen die Neue Pergamon

Die Rheinpfalz, Regionalausgabe Ludwigshafener Rundschau Nr.287, 11.12.06:

Gegenüber der RHEINPFALZ bestätigte das Sankt Marien Hospital in Gelsenkirchen-Buer, dass die Klinik Schadenersatzansprüche beim Insolvenzverwalter angemeldet habe. Zur Höhe dieser Ansprüche oder den Gründen dafür wollte sich das Hospital nicht äußern. ... Einer der drei NPK-Hauptgesellschafter, S.F., war von 1997 bis zum Mai 2006 als Geschäftsführer in Gelsenkirchen aktiv. Dann folgte eine „einvernehmliche Trennung", wie es heißt.

Zentrum für Klinische Pharmazie

Zusammen mit dem Sankt Marien-Hospital Gelsenkirchen Buer und dem St. Elisabeth-Krankenhaus Oberhausen betreibt die Neue Pergamon seit April 2005 das Zentrum für Klinische Pharmazie in Bottrop.

Das Zentrum ist laut einer Pressemeldung des Zentrums vom 6.4.05 ein städteübergreifendes Projekt, das – auf eine einfache Formel gebracht – das Ziel hat, die Qualität und Zuverlässigkeit der Arzneimittelverordnung und -gabe zu verbessern und gleichzeitig Kosten zu senken. ... Das Zentrum für Klinische Pharmazie wird künftig das St. Elisabeth-Krankenhaus Oberhausen, das Sankt Marien-Hospital Buer in Gelsenkirchen, die Feuerwehren der Städte Oberhausen und Gladbeck, das Herzzentrum Essen, das St. Elisabeth-Krankenhaus Dorsten, das Elisabeth-Krankenhaus Gelsenkirchen und weitere interessierte Krankenhäuser und Einrichtungen des Gesundheitswesens mit Arzneimitteln versorgen.

Zum “Hintergrund” heißt es in der Pressemeldung:

Weltweit sterben mehr Menschen an den Folgen von Medikationsfehlern als im Straßenverkehr. In deutschen Krankenhäusern sind dies zwischen 3.000 und 15.000 Patienten pro Jahr (Studie von Professor Jürgen C. Fröhlich, Direktor des Instituts für Klinische Pharmakologie an der Medizinischen Hochschule Hannover). In einer Studie der Universitätsklinik Erlangen werden 11 Prozent aller Behandlungstage auf vermeidbare Medikationsfehler zurückgeführt. Hieraus lässt sich bei korrekter Medikation eine Kostenreduktion von 3 bis 5 Milliarden Euro in deutschen Krankenhäusern errechnen.

Siehe auch: Pressemeldung des Bundesministeriums für Gesundheit und soziale Sicherung 6.4.05

Medizinisches Zentrum für Gesundheit

Die Rheinpfalz vom 12.7.06:

In Bad Lippspringe dürfte ... nach Presseberichten die Zusammenarbeit mit der NPK bald beendet sein. Das mit 22 Millionen Euro hoch verschuldete Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) in Bad Lippspringe hatte zum 1. Februar mit der NPK die landesweit größte Krankenhaus- Allianz in privater Trägerschaft gebildet.

Paderborn Cityportal 24.6.06:

Mit einer Radikalkur will das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) in Bad Lippspringe eine offenbar drohende Pleite abwenden. Das mit 22 Millionen Euro hoch verschuldete Unternehmen (750 Mitarbeiter) plant die Schließung aller Kliniken und Reha-Einrichtungen, die keine Gewinne erwirtschaften. ... Gesunde Einrichtungen wie die Karl-Hansen-Klinik (Lungenheilkunde), die Klinik am Park (Suchtbereich) oder die Cecilienklinik (Onkologie) sollen nicht länger Sorgenkinder wie die Auguste-Viktoria-Klinik, die Klinik Martinusquelle oder die Teutoburger-Wald-Klinik mitfinanzieren. »Das muss und wird ein Ende haben«, sagte Volker Graf. ... Der Beschäftigungssicherungsvertrag, der den 750 Mitarbeitern bei weitgehendem Verzicht auf Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie mit Lohneinbußen bis 2008 Kündigungsschutz bietet, sieht die MZG-Führung ebenfalls als unternehmensgefährdend an. MZG-Geschäftsführer Graf erwartet von Betriebsrat und Gewerkschaften zur Rettung des Unternehmens daher weitere Zugeständnisse und kein Festhalten an diesem Tarifvertrag. Jetzt räche sich auch, dass vor einigen Jahren bei Massenentlassungen überwiegend jüngere Mitarbeiter hätten gehen müssen. »70 Prozent unserer Mitarbeiter sind zwischen 40 und 60 Jahren alt«, beklagt Graf hohe Personalkosten.


Reaktion auf die Vorgänge um G.

Per E-Mail 23.7.06:

Das MZG Bad Lippspringe hat am 12.07.2006 eine komplette Trennung aller Geschäftsbeziehungen mit der NPK beschlossen und G. mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer abberufen.

Krankenhaus Rheiderland in Weener

Die Neue Pergamon ist u.a. Mehrheitsgesellschafterin des Krankenhauses Rheiderland in Weener, das im Jahr 1882 als Selbsthilfe durch BürgerInnen des Rheiderlandes entstand.

Die Ostfriesischen Nachrichten Aurich vom 6.4.06 berichten:

Das Krankenhaus Rheiderland ist nach Angaben seines Mehrheitsgesellschafters Neue Pergamon in einer wirtschaftlichen Notlage.

Laut Rheiderland-Zeitung vom 12.4.06 laufen Verhandlungen über einen Notlagentarifvertrag mit ver.di:

Beide Seiten haben Stillschweigen über den Stand der Verhandlungen vereinbart. ... Wie berichtet, will die Pergamon angesichts so gut wie aufgezehrter Rücklagen und laufenden Verlusten des Krankenhauses von rund einer halben Million Euro den Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld und eine generelle Kürzung der Gehälter um zehn Prozent. Anderenfalls sei eine Insolvenz des Krankenhauses nicht abzuwenden. Aus Sicht der Gewerkschaft ist derzeit allenfalls eine Halbierung des Weihnachtsgeldes verhandelbar.

Die Rheiderland-Zeitung vom 4.4.06 schreibt, der Trägerverein, dem noch 26% Anteile am Krankenhaus gehören, sei über die aktuelle dramatische Lage nicht informiert worden.

Die Ems-Zeitung vom 07.04.2006 berichtet:

Aus Sicht des Personalrates ist die wirtschaftliche Notlage, in der das Krankenhaus Rheiderland stecken soll, nicht unbedingt nachvollziehbar. Die Einnahmen hätten sich auf hohem Niveau stabilisiert, im Moment erreiche die Belegung des Krankenhauses Rekordwerte, wofür auch die neuen Chefärzte mit verantwortlich seien, die 2005 ihre Arbeit aufgenommen hätten. "Das Personal zerreißt sich für das Krankenhaus", umschreibt ein Mitglied des Personalrates den Umstand, dass die Belegschaft mit äußerster Energie bei der Sache sei. Auf der Ausgabenseite dürfte der gescheiterte Versuch zu Buche schlagen, die komplette Mannschaft der Krankenhaus-Küche zu entlassen - sämtliche Mitarbeiter mussten nach arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzungen wieder eingestellt werden. ...

Die Ostfriesen-Zeitung vom 10.5.06 berichtet, dass das Kreiskrankenhaus Leer die Geschäftsführung des Rheiderland-Krankenhauses übernehmen wird. Das Kreiskrankenhaus Leer gehört dem Landkreis Leer. Die Ostfriesen-Zeitung weiter:

Bernhard Bramlage, Landrat im Landkreis Leer, wies darauf hin, dass das Rheiderland-Krankenhaus dem Kreiskrankenhaus Leer noch immer keinen Auftrag erteilt habe, die Geschäftsführung der Klinik in Weener zu übernehmen. Voraussetzung dafür sei, dass der Krankenhausverein Rheiderland zunächst die Geschäftsanteile von der Neuen Pergamon zurückerwerben müsse. Wie dazu gestern der Weeneraner Bürgermeister Peter Freesemann auf Nachfrage der OZ mitteilte, sei der Vertrag mit der Neuen Pergamon vorbereitet, er müsse nur noch unterschrieben werden. Dies solle in Kürze geschehen, so Freesemann, der stellvertretender Vorsitzender des Krankenhausvereins ist.
Die Neue Pergamon ist noch Mehrheitsgesellschafter des Krankenhauses in Weener und hat dort bislang auch die Geschäftsführung inne. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten will sich die Gesellschaft aus dem Rheiderland-Krankenhaus zurückziehen.

Laut Rheiderland Zeitung vom 21.4.06 wird die Neue Pergamon ihre Anteile an den Krankenhausverein Rheiderland abtreten. Sollte eine Prüfung ergeben, dass das Rheiderland-Krankenhaus nicht zu retten ist, wird das Kreiskrankenhaus Leer sich zurückziehen. Der Krankenhausverein kündigte an, Lohnkürzungen durchführen zu wollen, um das Krankenhaus zu retten.

Rheiderland Zeitung vom 31.5.06:

Zwei Tage wurde intensiv verhandelt, gestern Abend war die Kuh dann vom Eis: Beschäftigte, Gewerkschaft und Kuratorium des Krankenhauses Rheiderland haben sich auf einen Notlagentarifvertrag verständigt ... Das Kreiskrankenhaus in Leer ... wird nun, wie geplant, ab morgen die Betriebsführung in Weener übernehmen. Für die Einigung mussten die Beschäftigten in Weener weitere Opfer bringen: sie werden nicht nur ... in den Jahren 2006 und 2007 auf ihr Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten, sondern auch im Jahr 2008 auf zwei Drittel dieser Leistungen verzichten. Im Gegenzug wird in diesen Jahren auf betriebsbedingte Kündigungen im Krankenhaus verzichtet. ... Auch der Krankenhausverein will seinen Beitrag zum Erhalt des Hauses leisten: Nach RZ Informationen wird der Trägerverein einmalig 50.000 Euro beisteuern. Damit kommt der Verein der Forderung von Gewerkschaft und Mitarbeitern nach, die sich vehement dafür ausgesprochen hatten, dass sich auch der Trägerverein mit finanziellen Mitteln einbringen müsse ...

Der Betriebsrat schrieb in einer Presseerklärung:

Es ist wie ein Kater: man ist ist erleichtert und froh, dass er erstmal vorbei ist, der Stress fällt von einem ab, aber gleichzeitig ist einem übel, viele verschiedene Gefühle wie Angst, Trauer und viel Wut machen einem zu schaffen... Etwa 770.000 Euro beträgt der Gehaltsverzicht des Personals. (Rheiderland-Zeitung 3.6.06).


Reaktion auf die Vorgänge um G.

Rheiderland-Zeitung 14.7.06:

Der Betriebsrat der Krankenhauses Rheiderland hat gestern eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die Material für eine Klage gegen den ehemaligen Mehrheitsgesellschafter der Krankenhaus Rheiderland gGmbH, die Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH (NPLK), sammelt. ... Seine Vorwürfe richten sich in erster Linie dagegen, dass die Neue Pergamon das vereinbarte Stammkapital von 185.000 Euro zwar eingezahlt, kurze Zeit später aber wieder abgezogen habe. Der Betrag sollte mit den monatlichen 9.000 Euro verrechnet werden, die der NPK für die Geschäftsführung des Krankenhauses zustand. Das sei »buchhalterisch eine Sünde«, betonte Hopmann, »wir mussten gleichzeitig Kredite in Anspruch nehmen«. Außerdem habe die Neue Pergamon nie die im Vertrag festgeschriebenen 135.000 Euro für Investitionen gezahlt.

Weiterhin wirft der Betriebsrat der Neuen Pergamon vor, zu ungünstigen Konditionen bei eigenen Tochterfirmen eingekauft zu haben. Zudem ... habe die Neue Pergamon 21.000 Verpflegungstage abgerechnet, obwohl es nur 18.500 gegeben habe. Ein EDV-Netzwerk das eingerichtet worden sein sollte, sei nie angeschlossen worden. ... Bonuszahlungen von Lieferanten, die eigentlich dem Krankenhaus zustehen, seien nicht eingegangen. (Rheiderland-Zeitung 14.7.06)

Frage: Hat das EDV-Netzwerk etwas mit der Pergis Systemhaus GmbH und/oder SBI Ruhr zu tun?


Siehe auch


Kleiner Rückblick

Ende 2002 lauteten Presseberichte zur Verbindung des Krankenhauses Rheiderland in Weener mit der Neuen Pergamon so: Am 1. Januar 2003 soll die Allianz beginnen. Mit M. stellte sich ... ein Vertreter des neuen Partners vor. In einem hoch professionellen und auch optimistischen Vortrag konnte M. die rund 40 anwesenden Mitglieder von den Vorzügen des Verbundes überzeugen. „Das Haus hat eine sehr gute Chance“, betonte der Pergamon-Vertreter immer wieder. Großer Beifall brandete auf ... (Rheiderland Zeitung 14.11.02 – vorher fälschlich mit 14.11.06 angegeben)

Pergis Systemhaus GmbH

Die folgenden Angaben sind nach Auskunft der Neue Pergamon Krankenhausmanagement Gesellschaft mbH vom 10.4.06 „nicht mehr aktuell bzw. sachlich falsch“:

Die Pergis Systemhaus GmbH leitete 2002 ein Pilotprojekt „Teleradiologie Rheinland-Pfalz (Stroke-Unit)“, dessen medizinische Koordination G. inne hatte (Beginn und Ende des Projektes unklar). Das Projekt wird vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit in Mainz gefördert.

Die Pergis Systemhaus GmbH leitete bis 2003 außerdem ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit gefördertes Projekt für Langzeitsignaturen namens ArchiSig. (Institut für Medizinische Biometrie und Informatik der Universität Heidelberg Zwei-Jahresbericht 2001 - 2002)

Ergänzung 13.4.06:

Was genau falsch an diesen Angaben ist, war in der E-Mail der Neue Pergamon Krankenhausmanagement Gesellschaft mbH nicht angegeben, doch konnten für eine „medizinische Koordination G.s“ beim Projekt Teleradiologie Rheinland-Pfalz (Stroke-Unit)“ keine bestätigenden Quellen gefunden werden. Diese Angabe ist vielleicht falsch. Der Link auf „Teleradiologie Rheinland-Pfalz (Stroke-Unit)“ ist inzwischen ungültig geworden. Die Pergis Systemhaus GmbH gibt auf ihrer Homepage für das Jahr 2001 an: Pergis Systemhaus GmbH übernimmt die Projektleitung für das Pilotprojekt Stroke-Unit-Teleradiologie in Rheinland-Pfalz. Die Fachpresse "Krankenhausumschau" berichtet in ihrer August Ausgabe. Die Ärztezeitung vom 19.9.01 berichtet, das Klinikum Ludwigshafen, deren Geschäftsführer G. war, sei in das Projekt eingebunden . (Eine DiskussionsteilnehmerInnen-Liste des Kultusministeriums Sachsen-Anhalt und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vom 17.5.96 nennt G. als Geschäftsführer Klinikum der Stadt Ludwigshafen.)

Ergänzung 15.10.06:

Mitteilung der SBI Ruhr, einem Tochterunternehmen von Siemens Business Services, vom 24.05.2006:

SBI Ruhr hat mit der „PERGIS Systemhaus GmbH“, Ludwigshafen, einen Dienstleistungsvertrag mit einer Laufzeit von vier Jahren abgeschlossen. Gegenstand dieses Vertrages ist die Erbringung von IT-Dienstleistungen für PERGIS, insbesondere in den Bereichen Beratung, Einführung und Wartung von ERP-Systemen, Betrieb von Server, Anwendungen, Datenkommunikationseinrichtungen sowie Kommunikationsdienste. Die „PERGIS Systemhaus GmbH“ gehört zu der „Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH“, Ludwigshafen, die Dienstleistungen im Gesundheits- und Sozialwesen anbietet.

Mitteilung der SBI Ruhr ohne Datum:

SBI Ruhr [betreut] die administrativen Datensysteme der Einrichtungen Oberhausen, Lengerich, Weener und Wetter im Rahmen des kompletten Outsourcing.

Krankenhaus Lengerich

Das Evangelische Krankenhaus Lengerich wurde Ende 2003 an die Neue Pergamon übergeben und in Krankenhaus Lengerich umbenannt.

Reaktion auf die Vorgänge um G.

Wie das St. Elisabeth-Krankenhaus Oberhausen wurde das Krankenhaus Lengerich im Juli 2006 aus der NPK herausgelöst.

Krankenhaus Wetter (Ruhr)

EHK und Neue Pergamon betreiben in einer gemeinsamen GmbH das Krankenhaus Wetter (Ruhr). Die EHK war zunächst mit 49% an dieser GmbH beteiligt, die Neue Pergamon mit 51%. Anfang 2004 verkaufte die EHK Anteile an die Neue Pergamon, so dass die EHK heute nur noch 6% besitzt. (Info der Eifelhöhen-Klinik AG Stand 4/2006, Deutsches Ärzteblatt 18.7.05)

Einige Monate danach wurde Medienberichten zufolge das Krankenhaus geschlossen. Es sei eine Umwandlung in ein Altenpflegeheim vorgesehen. Die Ärztezeitung vom 13.5.04 berichtete demgegenüber:

Der Träger des einzigen Akutkrankenhauses im westfälischen Wetter möchte den Klinikbetrieb schließen, das Haus aber nicht aufgeben. Gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und einer Klinik in der Umgebung will die Neue Pergamon Krankenhaus-Management GmbH an dem Standort ein neues Projekt hochziehen.


Reaktion auf die Vorgänge um G.

Westfalenpost 17.7.06:

S.F. aus der Pergamon-Geschäftsführung ... versichert: "Wir werden die Verträge mit der Stadt Wetter aufrecht erhalten und den Pflegebetrieb weiterführen". Nachdem die Neue Pergamon das Krankenhaus geschlossen hatte, war dort nach einigen Monaten Leerstand das Bodelschwingh-Altenheim aus Hagen eingezogen. ... Danach, so die Pergamon-Perspektive, soll das ehemalige Krankenhaus langfristig als Altenpflegeheim in eigener Regie genutzt werden. Trotz aller Probleme will die Neue Pergamon nicht nur das Haus in Wetter, sondern alle von ihr betriebenen Kliniken und Einrichtungen wie bisher weiterführen.


Siehe auch

Stadtkrankenhaus Schwabach

Das Stadtkrankenhaus Schwabach war in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt und die Leitung an die Neue Pergamon GmbH abgegeben worden. Mitte des Jahres 2004 wurden den Beschäftigten in einem „Notlagentarifvertrag“ folgende Regelungen getroffen:

  • Arbeitszeitverkürzung für alle von 38,5 auf 37,5 Stunden bei entsprechend weniger Gehalt. Bei Teilzeitkräften reduziert sich das Ganze entsprechend.
  • Wegfall des Urlaubsgeldes (zur Zeit ca. 255,65 Euro) in den Jahren 2005 und 2006 für die Beschäftigten in den Gehaltsgruppen BAT IV a bis I.
  • Halbierung des Urlaubsgeldes (zur Zeit 332,34 Euro) in den Jahren 2005 und 2006 für die Beschäftigten in den übrigen Gehaltsgruppen.
  • Auszahlung von nur noch 50% des Weihnachtsgeldes in den Jahren 2004, 2005 und 2006 für die Beschäftigten in den Gehaltsgruppen BAT IV a bis I.
  • Auszahlung von nur noch 66,67 Prozent des Weihnachtsgeldes in den Jahren 2004, 2005 und 2006 für die Beschäftigten in den übrigen Gehaltsgruppen.
  • In den Jahren 2004, 2005 und 2006 erhalten die Beschäftigten in den Gehaltsgruppen BAT IVa bis I pro Jahr zwei zusätzliche freie Tage.
  • Gültig ab 1. Juli 2004 bis 31. Dezember 2006 für alle mit einer Mindestarbeitszeit von 19,25 Std./Woche.

Quelle: Betriebszeitung der ver.di-Betriebsgruppe Charité CVK/CCM extra, Februar 2005.


Reaktion auf die Vorgänge um G.

Schwabacher Tagblatt 21.7.06:

Der Aufsichtsrat der Schwabacher Stadtkrankenhaus GmbH hat am Donnerstag beschlossen, den Management-Vertrag mit der „Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH“ möglichst schnell zu beenden. Damit reagiert die Stadt auf einen Finanzskandal, in den die Neue Pergamon verwickelt ist. Krankenhaus-Geschäftsführer R.B. soll aber im Amt bleiben. Er will die Neue Pergamon verlassen und soll von der Stadt einen neuen Vertrag erhalten. Das derzeit in Bau befindliche Gesundheitszentrum, an dem die Neue Pergamon beteiligt ist, soll in jedem Fall gebaut werden. Dies erklärte OB Hartwig Reimann, der Vorsitzende des Aufsichtsrats, gestern gegenüber dem Tagblatt. Vor neun Jahren hatte die Stadt die Neue Pergamon mit der Geschäftsführung des Stadtkrankenhauses betraut. Ein Hauptziel war, das jährliche Millionendefizit deutlich zu reduzieren, was auch gelungen ist.


Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Nach Die Rheinpfalz vom 14.12.2006 prüft die Staatsanwaltschaft, ob es auch in Schwabach Unregelmäßigkeiten bei der Weitergabe von Bonuszahlungen gegeben haben könnte. Ob diese Kliniken auch geschädigt worden seien, werde noch ermittelt, sagte die Staatsanwältin Bettina Wachter von der Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Kaiserslautern.


Siehe auch


Teil-Entprivatisierung der Galenus Gesundheitszentrum Schwabach gGmbH

Nach einer Beschlussvorlage für den Stadtrat von Schwabach vom 30.9.05 sollten die Anteile an der Galenus Gesundheitszentrum Schwabach gGmbH wie folgt verteilt werden:

  • 51% Neue Pergamon
  • 26% Stadtkrankenhaus Schwabach gGmbH (voll in städtischer Hand)
  • 23% DS. (Nephrologische Gemeinschaftspraxis/Dialysezentrum, Mieter einer größeren Fläche im Gesundheitszentum)

In der Beschlussvorlage für den Stadtrat von Schwabach vom 26.9.06 heißt es, der Anteil der Stadtkrankenhaus Schwabach gGmbH an der Galenus Gesundheitszentrum Schwabach gGmbH betrage 40%.

Laut dieser Beschlussvorlage hat die Stadtkrankenhaus Schwabach gGmbH im am 16.8.06 die Geschäftsanteile der Neuen Pergamon für 355.000 € gekauft. Der ursprüngliche Wert dieser Geschäftsanteile habe 450.000 € betragen. Außerdem wurde der Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen der Stadtkrankenhaus gGmbH und der Neuen Pergamon zum 31.8.06 im gegenseitigen Einvernehmen gelöst.

Die Neue Pergamon erkannte darüber hinaus an, dem Krankenhaus Bonuszahlungen aus dem Einkaufsverbund in Höhe von 90.103 € vorenthalten zu haben. Davon hat die Neue Pergamon bisher 50.000 € beglichen.

Die Neue Pergamon verzichtete auf Ansprüche an das Krankenhaus auf "Erfolgshonorare". Im Gegenzug verzichtete das Krankenhaus auf Ansprüche, die sich aus einer Prüfung von Zahlungen an die Neue Pergamon-Tochter Pergis für IT-Beratungen ergeben könnten.

Weitere Ansprüche des Krankenhauses könnten sich aus weiteren Bonuszahlungen und aus Sonderprüfungen zu Vergütungen für Einzelpersonen ergeben.

Mit dem Kauf der Anteile der Neuen Pergamon konnte die Einstellung der Bauarbeiten am Galenus Gesundheitszentrum verhindert werden. Diese wurden durch Kredite bei der Sparkasse Roth- Schwabach finanziert. Wegen der abzusehenden Insolvenz der Neuen Pergamon konnte für diese Kredite nicht mehr ausreichend gebürgt werden. Die Stadt Schwabach übernahm eine Bürgschaftsverpflichtung von 5 Mio. €, damit die Bauarbeiten fortgesetzt werden können.

Die Galenus Gesundheitszentrum Schwabach gGmbH hatte mit der Bauausführung die Firma die E-B-Tec GmbH, Hamm, als "Generalübernehmer" beauftragt, die auch weiterhin im Geschäft bleibt. Die E-B-Tec als Generalübernehmer ... vergibt die Aufträge an die den Bau ausführenden Firmen. Bei der E-B-Tec eingehende Rechnungen werden nach Prüfung der Galenus weitergegeben. Nach Zahlung des Betrages der Galenus an die E-B-Tec wird der Rechnungsbetrag an die Baufirma weitergeleitet. (Beschlussvorlage für den Stadtrat von Schwabach 26.9.06)

Laut der Hauspostille des Sankt Marien-Hospital Buer, MHB Intern, Ausgabe 02/2004, ist (war?) die Neue Pergamon an der E-B-Tec GmbH beteiligt.

Trotz der Auflösung des Geschäftsbesorgungsvertrags mit der Neuen Pergamon verbleibt der Geschäftsführer des Krankenhauses, R.B., in seiner Funktion. Als einziger Stadtrat stimmte Alwin Schmiedl gegen eine Anstellung von R.B..

Schmiedl wollte wissen, weshalb das Stadtkrankenhaus so viele Geschäftsführer „verschlissen“ habe und forderte, die Stelle des Geschäftsführers auszuschreiben, da die Rolle des jetzigen Geschäftsführers R.B. „nicht geklärt“ sei.
[Der Schwabacher Oberbürgermeister Hartwig] Reimann betonte, dass die Stadt neun Jahre mit der Neuen Pergamon erfolgreich zusammen gearbeitet habe. Deren Probleme seien nicht in Schwabach entstanden. Die früheren Geschäftsführer Jürgen Schopf und M. hätten sich auf lukrativere Positionen wegbeworben. Das sei ein ganz normaler Vorgang.
Marktplatz Schwabach 2.10.06

Ähnliche Kritik wurde bezüglich des Verbleibs von M., Anteilseigner der Neuen Pergamon, als Geschäftsführer des Klinikums Ansbach geäußert. Auch hier wurde der Posten nicht öffentlich ausgeschrieben. (Siehe M. wird in den öffentlichen Dienst übernommen.)


Siehe auch

Genius

Am Stadtkrankenhaus Schwabach gab es die GENIUS Catering und Hauswirtschaftliche Dienstleistung GmbH. Die Abwicklung der Geschäfte dürfte über die fast gleich lautende Pergamon-Tochter GCH Genius Catering und Hauswirtschaftswirtschaftliche Dienste Ludwigshafen erfolgt sein. Diese Firma dürfte identisch sein mit: GCH Genius Catering und Hauswirtschafts-GmbH, 59077 Hamm, Handelsregister: Hamm (Westf.) HRB 2736. Der Einkauf der ärztlichen und pflegerischen Verbrauchsmittel dürfte über die Pergamon-Einkaufs-Gemeinschaft erfolgt sein, obwohl der Einkauf über die „Prospitalia“ wesentlich günstiger ist.
Preisvergleiche und Ausschreibungen dürften nicht erfolgt sein. (Per E-Mail 10.6.06 - letzte Änderung 24.11.06)

Eifelhöhen-Klinik (EKH)

Seit 1998 besteht eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Neuen Pergamon und der EHK.

Die folgenden Angaben sind nach Auskunft der Neue Pergamon Krankenhausmanagement Gesellschaft mbH vom 10.4.06 „nicht mehr aktuell bzw. sachlich falsch“:

Die Neue Pergamon besitzt rund 25% der Aktien der EHK. Davon werden nach § 22 Abs. 2 WpHG rund 87% einer Frau Jutta Furch, Voltlage, zugerechnet und rund 13% der Stiftung Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen.

Ergänzung 11.4.06:

Im Geschäftsbericht der EHK 2003 hieß es:

Veröffentlichung gem. § 41 Abs. 3 WpHG in Verbindung mit § 25 Abs. 1 WpHG:
Laut Mitteilung der NEUE PERGAMON Krankenhaus Management GmbH, Hamm, hat sie am 1.4.2002 Stimmrechte aus 773.290 Stückaktien der Eifelhöhen-Klinik AG ausgeübt (= 24,78 %); davon werden ihr nach § 22 Abs. 2 WpHG 355.446 Stückaktien zugerechnet, und zwar 310.593 Stückaktien der Frau Jutta Furch, Voltlage und 44.853 Stückaktien der Stiftung Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen.
Gemäß Mitteilung der NEUE PERGAMON Krankenhaus Management GmbH, Hamm, vom 23.4.2002 übt die Gesellschaft am 23.4.2002 Stimmrechte aus 782.028 Stück der Aktien der Eifelhöhen-Klinik AG (= 25,07%) aus, davon werden ihr nach § 22 Abs. 2 WpHG 310.593 Stück der Aktien der Frau Jutta Furch zugerechnet.

Laut „Wertpapierportrait Eifelhöhen-Klinik AG Inhaber-Aktien o.N.“ der IS.Teledata AG (gefunden 11.4.06) sieht die Aktionärsstruktur so aus:

  • 5,91% Allgemeine Klinik-Betriebsgesellschaft mbh & Co. KG
  • 15,11% Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH
  • 9,96% Jutta Furch

Laut OnVista (ebenfalls gefunden 11.4.06) sieht es so aus:

  • 5,91% Allgemeine Klinik-Betriebsgesellschaft mbh & Co. KG
  • 26,40% Furch
  • 15,11% Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH
  • 52,58% Streubesitz

Im Geschäftsbericht der EHK 2004 heißt es:

Nicht zufrieden konnten wir damit sein, dass sich Ende Januar 2005 die langwierigen Verhandlungen mit der Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH zerschlagen haben. Es war aber für alle Beteiligten nicht zumutbar, die Verhandlungen über den Zeitpunkt der diesjährigen Hauptversammlung hinauszuziehen. Somit mussten die von den Gremien der Eifelhöhen-Klinik AG gesetzten Fristen greifen, da bei einer Vorlage der noch fehlenden Geschäftsunterlagen zu einem späteren Zeitpunkt auch bei einem optimalen Verlauf der Verhandlungen die Übernahme der Anteile der Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH nicht mehr rechtzeitig hätte erfolgen können. ... Am 01.02.2005 wurden die Verhandlungen zur Übernahme der Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH aufgrund nicht rechtzeitig vorgelegter Unterlagen beendet. Mit Meldung vom 22.03.2005 wurden der Gesellschaft meldepflichtige Veränderungen in der Aktionärsstruktur gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt: Herr Othmar Furch, Voltlage, hat die Schwelle von 25% der Stimmrechte an der Eifelhöhen-Klinik AG überschritten und die Höhe seines Stimmrechtsanteils beträgt nunmehr 26,4%. Dies entspricht 824.041 Stimmen. Diese Anteile enthalten 39.084 Stimmrechte (1,25%), die ihm gemäß § 22 Abs. 1 Nr. 1 WpHG, sowie 459.364 Stimmrechte (14,72%), die ihm gemäß § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet werden. Frau Jutta Furch, Voltlage, hat mitgeteilt, dass sie am 16.11.2004 die Schwelle von 25% der Stimmrechte an der Eifelhöhen-Klinik AG unterschritten habe und die Höhe ihres Stimmrechtsanteils nunmehr 0% betrage.


Übernahmeversuch der NPK

Im Januar 2005 versuchte die Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH (NPK) erfolglos, die Eifelhöhen-Klinik AG (EHK) zu übernehmen. Den Aufsichtsratsvorsitz der EHK hatte damals S. inne. S. sagte zu den Vorgängen (Die Rheinpfalz vom 15.07.2006):

„Ich möchte nicht von Bruch reden, aber es ist zu einer kritischen Distanzierung [von G.] gekommen." Auslöser sei die versuchte Übernahme der Eifelhöhen-Klinik AG in Nettersheim durch den Großaktionär NPK im Januar 2005 gewesen. Für ein börsennotiertes Unternehmen gebe auf diesem Weg klare Publizierungsvorschriften. Ihrer Informationspflicht sei die NPK, letztlich G., damals jedoch nicht nachgekommen. Vorstand und Aufsichtsrat der Eifelhöhen-Klinik hätten die Verhandlungen deshalb absagen müssen. „Das hat auch dazu geführt, dass ich bei der nächsten Hauptversammlung am 23. August in Bonn nicht mehr für den Aufsichtsratsvorsitz der Eifelhöhen-Klinik kandidiere", sagte S.

Frage: Wieso "führte" die gescheiterte Übernahme dazu, dass S. nicht mehr für den Aufsichtsratsvorsitz der EHK kandidierte?

S. war bis 2001 Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Vorderpfalz in Ludwigshafen, die Gläubiger der NPK ist. (Die Rheinpfalz 15.7.06, MedinfoWeb 13.7.06)

Laut Geschäftsbericht 2005 der Landesbank Saar war/ist S. außerdem stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Landesbank Saar. Die Landesbank Saar hatte der NPK Kredite im Zusammenhang mit dem Aufbau der Deutschen Humanplasma Gesellschaft (DGH) gewährt. (Die Rheinpfalz 15.7.06)

MSE

Die MSE Gruppe ist ein internationaler, auf Marketing und Kommunikation spezialisierter Verbund von Beratungsunternehmen mit deutschem Sitz in Ludwigshafen am Rhein. Daneben gibt es Dependancen in Washington und Prag. Das Leistungsprofil reicht von der klassischen Marketing- und Strategieberatung über Public Relations und Event Management bis hin zu Policy-Communications und Lobbying. (Selbstdarstellung, gelesen Juni 2006)

Die MSE Gruppe erhielt durch G., Hauptgesellschafter und Geschäftsführer der Neuen Pergamon, in dessen Eigenschaft als Geschäftsführer des Klinikums Ludwigshafen einen Vertrag mit dem Klinikum Ludwigshafen. Volumen des Vertrages: ca. 2 Millionen € in 5 Jahren.

Geschäftsführer der MSE ist Mark S. Ellenbogen.

Nachdem G. im Jahr 2005 das Klinikum wegen Unregelmäßigkeiten verließ, wurde der Vertrag der MSE mit dem Klinikum für ungünstig befunden und gelöst.

Die Rheinpfalz vom 8.2.06 schreibt:

Kritisch betrachte der Aufsichtsrat [des Klinikums] die Arbeit der Beratungsgesellschaft MSE, die jährlich 400.000 Euro erhält. Nach Angaben des Blattes wird geprüft, ob der Ende 2006 auslaufende Vertrag nicht früher gekündigt werden kann. Dem früheren Klinikumschef G. wirft der Aufsichtsrat vor, die Risiken falsch eingeschätzt und den Aufsichtsrat über die Fehlentwicklung nicht informiert zu haben.

Die Rheinpfalz vom 4.3.06 präzisiert:

Nachdem von Politikern und dem designierten Klinikum -Manager Peter Asché die Kosten für die MSE-Marketingleistungen mit 400.000 Euro jährlich beziffert wurden, macht Ellenbogen eine Vertragsstrafe gegenüber dem Klinikum geltend und will Asché mit einer Unterlassungklage dazu bringen, keine Zahlen mehr gegenüber der Öffentlichkeit zu nennen. Außerdem hätten Aufsichtsratsmitglieder gegen ihre Verschwiegenheitspflicht verstoßen. Ellenbogen bezeichnete die genannte Summe ferner als irreführend. Es gehe um vier vertragliche Dienstleistungen, die seine Firma gegenüber dem Klinikum erbracht habe. Neben dem Marketing und der Öffentlichkeitsarbeit gehe es dabei um die Produktion zweier Zeitschriften sowie Annoncen für das Klinikum. Diese Aufgaben seien ordnungsgemäß ausgeschrieben worden und seine Firma habe dafür den Zuschlag erhalten. Ellenbogen spricht von etwa 320.000 Euro, die MSE dafür erhalten habe – ein Betrag, der angemessen und nicht überhöht sei. „Jetzt will man andeuten, MSE sei unseriös – dagegen gehe ich vor", begründete Ellenbogen seine Schadensersatzklage wegen Geschäftsschädigung. Die Spitzen von CDU und SPD, die die Mehrheit im Klinikums-Aufsichtsrat stellen, bekräftigten gestern, dass sie die MSE-Verträge für überdimensioniert halten. Von G.s Vereinbarungen mit MSE habe niemand etwas gewusst. Ulrich Küppers, SPD-Fraktionschef und Aufsichtsratsmitglied, erklärte: „Wenn ich nichts zu verbergen habe, dann brauche ich keinen solchen Vertrag."

Im Rechtsstreit zwischen dem Klinikum und Marc S. Ellenbogen schlug das Landgericht Frankenthal am 22.6.06 einen Vergleich vor. Danach soll Ellenbogen 200.000 € als Ausgleich für den vorzeitig beendeten Vertrag erhalten. "Das Gericht hat bestätigt, wonach der Hauptvertrag Ellenbogens bis Ende 2006 gültig gewesen ist", meinte dessen Anwalt, Ex-OB Wolfgang Schulte ... OB Eva Lohse wollte zum Vergleichsvorschlag nichts sagen. Sie verwies darauf, dass die Erklärungsfrist der Parteien bis 7. Juli laufe. (Mannheimer Morgen vom 23.6.06)

G. und Mark S. Ellenbogen sind Mitglieder des Beirats der International Baden-Baden Foundation (IBBF), deren Präsidentin die Oberbürgermeisterin von Baden-Baden, Sigrun Lang, ist. (Gelesen Juni 2006)

Marc S. Ellenbogen ist Präsident der Prague Society for International Cooperation und außerdem ehrenamtlicher Vorsitzender der Global Panel Foundation. (Gelesen Juni 2006)

Die Global Panel Foundation wurde 1989 gegründet.
Die Zielsetzung von Global Panel ist es, ein Forum bereitzustellen, bei dem herausragende Referenten die neuesten Entwicklungen mit Entscheidungsträgern und Meinungsführern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erörtern. Hierzu werden Konferenzen und Treffen in Zusammenarbeit mit internationalen Sponsoren und Einrichtungen veranstaltet. ... Die Liste der ehemaligen Referenten und Gäste ist lang und umfasst einen Großteil der bedeutendsten Staatsmänner und Unternehmer der letzten Dekaden. ... (Selbstdarstellung Juni 2006)

Die Prague Society for International Cooperation besteht aus 21 Personen aus 10 Ländern und besitzt in der Tschechischen Republik Einfluss hinsichtlich der Pflege internationaler Beziehungen.

Bei der Prague Society for International Cooperation und beim Global Panel findet man eine Person, die Geschäftsführerin der ZWS Zentralwäscherei Rhein-Neckar GmbH in Mannheim ist, einer 50 %igen Tochter der Neuen Pergamon, und Gesellschafterin der Neuen Pergamon. (Info der Prague Society und Info Global Panel – Stand: 2003/04, sowie E-Mail 10.6.06 und Info NPK – gelesen 6/06)

Partner des Global Panel ist die KPMG, die in Miltenberg, Erlenbach ein Gutachten erstellte.

Auslandsengagement der Neuen Pergamon

Die Rheinpfalz, Regionalausgabe Ludwigshafener Rundschau Nr.287, 11.12.2006:

Im Ausland hat die Pergamon noch Tochtergesellschaften. Nach RHEINPFALZ-Informationen handelt es sich um Firmen in Tschechien, der Türkei und der Schweiz. ... Nach bisherigen Recherchen des Insolvenzverwalters handelt es sich bei den ausländischen Töchtern um „leere Hüllen". In Tschechien gibt es noch eine gleichnamige NPK-Tochtergesellschaft, bei der Ex-Klinikum-Geschäftsführer G. einer von zwei Geschäftsführern ist. Doch das Vermögen der „Pergamon Tschechien“ reicht momentan offenbar nicht mehr über einen Briefkasten und eine Wohnung in Prag hinaus. Die lukrative Beteiligung an einem deutsch-tschechischen Bergkrankenhaus im Riesengebirge hat die Pergamon im Dezember 2005 verkauft, erläutert Rechtsanwalt Dr. Michael Flitsch von der mit dem Insolvenzverfahren für die deutsche NPK beauftragten Kanzlei Wellensiek in Heidelberg. Nach seinen Informationen hat die tschechische Pergamon ihrer deutschen Muttergesellschaft Anfang 2006 ein Darlehen von 300.000 Euro gewährt, um die wirtschaftlich angeschlagene NPK zu stützen. Dieses Geld sei nicht zurückgezahlt worden. Insofern zähle auch die tschechische Pergamon zu den Gläubigern. Einen richtigen Geschäftsbetrieb gebe es in Prag nicht mehr ... Für den Verdacht einiger Gläubiger, Geld aus der deutschen NPK sei für die Geschäfte in Tschechien genutzt worden, hätten sich bisher keine Anhaltspunkte gefunden. Im Gegenteil: Das Geld sei wohl von Prag nach Deutschland geflossen. Die Finanztransfers würden derzeit noch geprüft. Offenbar versuchte die Pergamon auch einen Arzneihandel mit Augentropfen in die Türkei über eine Firma in der Schweiz aufzuziehen. Doch aus diesem Geschäft wurde augenscheinlich nichts, berichtet Rechtsanwalt ...


Betriebsgruppen

Siehe auch


Hinweis: Personennamen wurden gekürzt - auch innerhalb von Zitaten.

Persönliche Werkzeuge