McKinsey
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McKinsey & Company ist eine weltweit agierende Unternehmensberatungsgesellschaft.
Die Organisation von McKinsey ist in ihrer weltweiten Struktur und der personellen Besetzung darauf ausgerichtet, eine "one Firm", also eine in sich geschlossene Gesamtfirma zu bilden. ... Die Firma ist voll im Besitz der rund 900 Partner, die zurzeit fast 100 verschiedenen Nationalitäten angehören und alle aktiv in der Beratungsarbeit stehen. ... McKinsey hat den Anspruch, seinen Klienten die bestmögliche Beratung für jede unternehmerische Herausforderung zu bieten. (Selbstdarstellung September 2005)
Inhaltsverzeichnis |
McKinsey und Vivantes
In seinem Artikel Privatisierung gefährdet Ihre Gesundheit berichtete Hermann Werle im Dezember 2004 über McKinsey: die Beratergesellschaft konnte für ihre drei monatige Tätigkeit bei Vivantes rund 2,7 Millionen Euro einstreichen, was einem Tageshonorar pro Berater von etwa 2.500 Euro entspricht, wie uns die Morgenpost errechnete. (Siehe dazu auch Berliner Zeitung 17.9.04)
In einem Flugblatt des Solidaritätskreises „Menschenwürdige Pflege“ vom September 2005 heißt es:
McKinsey wird dafür bezahlt, dass noch mehr Stellen reduziert und die restlichen KollegInnen noch mehr für weniger Geld arbeiten müssen. BR-Zeitung „Atlantis“ schreibt September 05: „Firmenkonzept (von McKinsey) war, konsequenteste Methoden für aggressiven Kapitalismus einzusetzen: Mehr Gewinn mit weniger Personal. Das will der Unternehmer zwar auch, aber als Empfehlung unabhängiger Berater lässt es sich leichter durchsetzen.“ In Zusammenarbeit von Senat und Aufsichtsrat Vivantes ist McKinsey jetzt im Forum für Senioren tätig geworden. Inzwischen sind die unheilvollen Pläne, die McKinsey in Zusammenarbeit mit der Direktorin Frau Özkaraman schmiedet, bekannt geworden: FfS soll als Tochterunternehmen von Vivantes abgetrennt werden, um die Tarifbindung zum BAT zu umgehen. Das heißt, für die sehr schwere Arbeit der Kolleginnen und Kollegen soll noch weniger Geld gezahlt werden.
Siehe auch
Öffentlichkeitsarbeit
Kinder und Jugendliche
Seit 1999 organisiert McKinsey in Zusammenarbeit mit dem ZDF und Sparkassen einen SchülerInnenwettbewerb namens „StartUp Werkstatt“ für „zukunftsweisende Geschäftsideen“, bei dem hunderte von SchülerInnengruppen mitmachen. Der erste Preis 2005 geht an eine Gruppe für ein Produkt, das schnarchende Menschen aus dem Schlaf weckt (McKinsey Info ohne Datum).
Seit 2001 bemüht sich McKinsey im Rahmen einer Initiative „McKinsey bildet“ um einen Umbau des Bildungswesens . (McKinsey Info) Unter anderem sollen dabei kleine Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen durch Ganztagsunterbringung gezielt gefördert werden, und es wird eine flächendeckende und jährliche Messung von Schülerleistungen angestrebt. (McKinsey Info)
Soziales Engagement
Zusammen mit Siemens, O2, ProSiebenSat.1, Audi, Philip Morris u.a. engagiert sich McKinsey in einer Initiative namens „startsocial“, deren Schirmherr Bundeskanzler Gerhard Schröder ist.
Startsocial will ehrenamtlich für das Gemeinwohl tätige Menschen und Projekte beraten.
Im Mittelpunkt steht nicht die einmalige finanzielle Förderung einzelner Projekte, sondern der systematische Wissenstransfer aus der Wirtschaft und sozialen Organisationen in die soziale Projektarbeit hinein. ... startsocial liegt der Gedanke zu Grunde, dass auch kleinere soziale Projekte in gewisser Hinsicht "Unternehmungen" sind und deshalb von Erfahrungen aus Wirtschafts- und Sozialunternehmen profitieren können. ... Dabei ist der Erfahrungsaustausch jedoch keine Einbahnstraße, sondern ein wechselseitiger Austausch in beide Richtungen: Sowohl das soziale Projekt als auch die "Helfer" lernen aus der Zusammenarbeit. (Selbstdarstellung September 2005)
Umfrage „Perspektive-Deutschland“
ZDF, das Magazin Stern, AOL und McKinsey initiieren seit 2001 Online-Meinungsumfragen zum Thema "Perspektive-Deutschland". Der Schirmherr der Initiative, die als die größe gesellschaftliche Online-Umfrage gilt, Altbundespräsident Richard von Weizsäcker, fasste das Ergebnis der letzten Umfrage von 2004/05 so zusammen: „Die Bürger honorieren, dass die politisch Verantwortlichen die Probleme deutlicher als bisher beim Namen nennen, sie anpacken und ihnen dabei – wenn nötig – auch Opfer abverlangen." (Freitag 18, 6.5.05, Homepage von Perspektive-Deutschland)
Die „Fragen“, die in diesen „Meinungsumfragen“ gestellt werden, sind weniger Fragen als unterschwellige Beeinflussungen, wie Probleme in dieser Gesellschaft zu denken und zu deuten sind. Wie immer man antwortet: man übt dabei bestimmte Denk- und Deutungsmuster ein. Wer das merkt, kann viele „Fragen“ gar nicht vernünftig beantworten. Insofern ist die Höhe der Beteiligung an dieser „Umfrage“ zugleich ein guter Messwert für die Manipulierbarkeit der Bevölkerung und ein Instrument ihrer Manipulation.
Als Ergebnis der Umfrage 2004 wird zum Beispiel genannt: fast eine Zweidrittelmehrheit der Bevölkerung [spricht sich] für mehr marktwirtschaftliche Elemente in unserer Gesellschaft aus.
Dieses „Ergebnis“ fußt auf folgender „Frage“:
Jetzt stellen wir Ihnen zwei mögliche Richtungen vor, in die sich Deutschland insgesamt entwickeln könnte. Bitte geben Sie auf der Skala von 1 (Modell A) bis 5 (Modell B) an, wie Deutschland in Zukunft aussehen sollte.“(Projektbericht Perspektive Deutschland 2004/05)
Modell A – „mehr Staat“Modell B – „mehr Markt“
- Viel mehr Lebensrisiken werden vom Staat getragen
- Viel höhere Abgaben und Steuern
- Viel geringere soziale Unterschiede
- Viel langsamerer gesellschaftlicher Wandel
- Leistung wird viel weniger belohnt
- Viel mehr Lebensrisiken werden vom einzelnen getragen
- Viel niedrigere Abgaben und Steuern
- Viel größere soziale Unterschiede
- Viel schnellerer gesellschaftlicher Wandel
- Leistung wird viel mehr belohnt
McKinsey in Potsdam
„Das Klinikum kann langfristig städtisches Eigentum bleiben.“
So zitieren die Potsdamer Neusten Nachrichten vom 13.10.05 (PNN) den McKinsey-Projektverantwortlichen Steffen Hehner. Es geht um das Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann.
[Hört es sich bloß so an als würde nicht die Stadt über den Verkauf entscheiden?]
Die PNN weiter:
„Das Klinikum muss seine Produktivität steigern“, so der McKinsey-Verantwortliche Hehner. Damit einher gehe die Senkung der Personalkosten, die bisher rund zwei Drittel der Gesamtkosten ausmachten.
McKinsey und die CDU
Die Zeit vom 5.2.04 schreibt:
Vor allem Angela Merkel [CDU, Bundeskanzlerin] und Friedrich Merz [CDU, Bundestagsmitglied] wird ein enges Verhältnis zum Branchenriesen McKinsey nachgesagt. Merz ... zog sich bei seinem Antritt als Fraktionschef viel Spott zu, als er vorschrieb, künftig müssten sich Mitarbeiter der Unionsfraktion einem Eignungstest der Unternehmensberater von McKinsey unterziehen. Ein motivierter und qualifizierter Mitarbeiter des Finanzministeriums scheiterte damals daran, dass er nicht erklären konnte, wie er sich als Filialleiter einer Hamburger-Kette verhalten würde. Viele Abgeordnete schüttelten nur den Kopf. ... Merkel ließ sich von [McKinsey] Deutschland-Chef Jürgen Kluge bereits beraten, als sie in der vergangenen Legislaturperiode ihr Konzept für eine „Neue Soziale Marktwirtschaft“ vorlegte. Ihrer beider Interessen trafen sich. Kluge wollte McKinsey als Think Tank auch für den Staatsdienst etablieren, den seine Consultingfirma erst viel später als der Konkurrent Berger als zentrales Wachstumsfeld ausgeguckt hatte. Merkel brauchte als Parteichefin vor allem Wirtschaftskompetenz. ... Sie treffen sich inzwischen regelmäßig, das Manager Magazin rief Kluge kürzlich als Kandidaten für einen Ministerposten in einem möglichen Kabinett Merkel aus.
Während es die CDU mit McKinsey halte, sei die SPD eher mit der Unternehmensberatung Roland Berger verbunden.
Siehe auch
McKinsey und Bertelsmann
Detlef Hartmann, Der Griff ins Subjekt, 2008:
McKinsey war zunächst Hausberater bei Bertelsmann. Geschäftsführer der Bertelsmann Stiftung war McKinseyAlumnus Dr. Johannes Meier. Bei McKinsey haben auch die Mohn Kinder Brigitte und Christoph gelernt. Der Konflikt kam mit Gerangel um die hegemoniale Position im Prozess der gesamtstrategischen Politikberatung im Kontext der Agenda 2010.
Siehe auch
- www.anti-bertelsmann.de: Subjektivierungsstrategien
- Indymedia 14.6.06: Ex-Bertelsmann wird Uni-Kanzler in Lüneburg
- Bertelsmann Stiftung
Siehe auch
- Homepage von McKinsey
- Stadtgang des Bürgerbündnisses gegen Privatisierung im Mai 2006
Audioaufnahmen. Ein Thema des Stadtgangs war die Rolle von McKinsey im Bereich der Schulen. - Berlin/Brandenburg – Städtische Krankenhäuser
- Knappschaft

