Landeswohlfahrtsverband Hessen

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Der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) wurde 1953 gegründet. Er ist ein Zusammenschluss der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte, dem soziale Aufgaben übertragen wurden. Der Sitz des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen ist Kassel mit seiner Haupt- und Regionalverwaltung. Er unterhält weitere Regionalverwaltungen in Darmstadt und Wiesbaden. (Selbstdarstellung, gelesen 2.10.06)

Beim LWV Hessen arbeiten rund 10.000 Menschen.



Inhaltsverzeichnis

Nachrichten

September 2006

Präsidium des Landkreistags beschließt Vertagung der Diskussion auf 2008

Am 29.9.06 entschied das Präsidium des Hessischen Landkreistages, die in seinen Gremien geführte Diskussion zur Reform des LWV ruhen zu lassen und erst im Zusammenhang mit Überlegungen zu Strukturänderungen im Kommunalen Finanzausgleich in 2008 wieder aufzugreifen ...

Das im Auftrag des Hessischen Rechnungshofes tätige Beratungsunternehmen Kienbaum hatte kürzlich in einem Prüfungsbericht empfohlen, die Zuständigkeit für die Aufgaben des überörtlichen Sozialhilfeträgers beim LWV zu belassen, da er einheitliche Versorgung, zentrale Vergütungsvereinbarungen und ein umfassendes System der Fach- und Finanzplanung für die Behindertenhilfe in Hessen gewährleisten könne. Auch empfiehlt der Bericht, in den Verwaltungsbereichen des LWV weitere Stellen einzusparen. (Pressemitteilung des LWV 29.9.06)


Oktober 2006

Verhandlungen zu GmbH-Gründungen - Demoaufruf von ver.di

Zusammenfassung von Infos der Kampagne für die Erhaltung des hessischen LWV:

Zum 1. Januar 2007 sollen die Einrichtungen des LWV in GmbHen umgewandelt werden. Alle bestehenden Rechte der ArbeitnehmerInnen müssen daher jetzt für die neue Rechtsform verbindlich und langfristig abgesichert werden. Zu diesem Zweck steht ver.di in Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über einen sog. »Überleitungstarifvertrag«. Wesentliche Fragen sind bisher nicht einvernehmlich regelbar:

  • Durch die GmbH-Gründung werden die Einrichtungen des LWV konkursfähig. Zur Sicherung der MitarbeiterInnen gegen Kündigung und Outsourcing legte die Arbeitgeberseite bisher kein Konzept vor.
  • Die Forderung, zumindest als gemeinsames Ziel von Arbeitgebern und Arbeitnehmern den Erhalt aller Arbeitsplätze im Servicebereich (Küche, hauswirtschaftliche Dienste, alle »patientenfernen« Arbeitsbereiche wie medizinisch-technischer Dienst, Verwaltungen usw.) im Überleitungstarifvertrag festzulegen, hat die Arbeitgeberseite bisher abgelehnt. Es drohen Gehaltseinbuße von bis zu 30%.
  • Die Mitbestimmungsrechte der Beschäftigten sollen beschnitten werden, indem die GmbHen als Tendenzbetriebe deklariert werden.


Zum 11.10.2006 ruft Ver.di zur Demonstration in Kassel auf. Beginn um 9 Uhr ab Staatstheater Kassel. Kundgebung ab 10 Uhr am Ständeplatz.

Forderungen:

  • Erhalt der Arbeitsplätze in den Verwaltungen und Einrichtungen des LWV Hessen.
  • Keine Ausgründung der Servicebetriebe aus dem LWV Hessen.
  • Verbesserung der Qualität unserer Arbeit für die Behinderten und Patienten der Einrichtungen, den teilstationären und ambulanten Diensten.
  • Erhalt des LWV Hessen als überörtlicher Sozialverband und Träger der Eingliederungshilfe.
  • Kein Tendenzbetriebe – paritätische Mitbestimmung im Aufsichtsrat der Holding.
  • Volle Rechte der Betriebsräte und des Konzernbetriebsrates auch in wirtschaftlichen Fragen.

Mehr Infos auf den Internetseiten der Kampagne für die Erhaltung des hessischen LWV. Demoaufruf von ver.di als PDF.


August 2007

Beschäftigte des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen sagen: Soziale Arbeit ist mehr wert!

Presseinformation des Ver.di Landesbezirks Hessen 12.8.07:

Mit einer öffentlichen Aktion in der Idsteiner Fußgängerzone wollen Beschäftigte des LWV Hessen am Mittwoch, dem 22.08., in der Zeit zwischen 10:30 und 12:30 Uhr vor dem Rathaus auf die unzureichenden Arbeitsbedingungen in Sozial- und Gesundheitsberufen aufmerksam machen. „Die Einführung von Markt und Wettbewerb in nahezu allen Bereichen des Sozial- und Gesundheitssektors hat gravierende negative Auswirkungen für die Beschäftigten zur Folge gehabt“, sagt Fabiola Sommerhage von den Vertrauensleuten der Gewerkschaft ver.di im LWV. „In der Branche sind bundesweit fast 5 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer - 13% aller Erwerbstätigen – beschäftigt. Wir erleben aber in den letzten Jahren, dass die Facharbeiterlöhne in diesem Bereich stetig sinken, während die Arbeitsbelastung von Erzieherinnen, Krankenschwestern und Therapeutinnen ständig steigt.“ Grund dafür sei, dass Pflegesätze und Budgets in den meisten Einrichtungen nicht mehr ausreichen. Die bisher im Sozial- und Gesundheitssektor übliche Bezahlung nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) werde in vielen Fällen inzwischen von Anbietern unterlaufen, um Leistungen billiger als Andere anbieten zu können.“

Die Gewerkschaft ver.di will mit der bundesweit an mehreren Orten bis zum Weltspartag am 31. Oktober durchgeführten Aktion „Soziale Arbeit ist mehr wert“ auf die Situation der Beschäftigten in sozialen Berufen hinweisen und um Unterstützung für ihre Forderungen werben, Arbeitsbedingungen im Bereich Soziales und Gesundheit zu verbessern. „Die Beschäftigten in sozialen Dienstleistungen dürfen nicht von der allgemeinen Lohn- und Gehaltsentwicklung anderer Branchen abgekoppelt werden“, sagt Georg Schulze-Ziehaus von ver.di Hessen. So seien z.B. in Krankenhäusern die Budgets seit fast 15 Jahren „gedeckelt“, d.h. Tariflohnsteigerungen könnten fast nur über Abbau von Personal weitergegeben werden „oder eben gar nicht mehr, wenn die Personaldecke nicht weiter ausgedünnt werden kann. „Damit muss endlich Schluss sein“ fordert Schulze-Ziehaus, „Soziale Arbeit“ braucht ausreichendes und qualifiziertes Personal, das nach TVöD bezahlt wird.“ Der zunehmende Ausstieg aus Tarifverträgen und die Zersplitterung der Tariflandschaft und Konkurrenzkampf zwischen Trägern und Einrichtungen lösen nach Auffassung der Gewerkschaft eine Abwärtsspirale bei den Arbeitsbedingungen aus.“ Auf der Strecke bleibt dabei die Qualität und damit die Menschen; die auf die Leistungen der sozialen Dienste angewiesen sind!“

Mit der Aktion „Soziale Arbeit ist mehr wert, als nur ein Kostenfaktor zu sein“ in Idstein will ver.di auch die Lohn- und Gehaltstarifrunde im TVöD vorbereiten. ... Neben einem Infostand und einer Bürgerbefragung zum Thema „Soziale Arbeit“ wird die Veranstaltung in Idstein durch Livemusik musikalisch umrahmt.


Siehe auch

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