Landeskrankenhaus Wunstorf

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Januar 2006

Lange Nacht der Vernunft

Zum 26.1.06 luden die Personalvertretungen und Bediensteten des Niedersächsischen Krankenhauses Wunstorf ein zur "Langen Nacht der Vernunft" – Protest gegen den Verkauf des Landeskrankenhauses.

Aus dem Einladungsschreiben:

Die ganze Nacht erfolgt eine symbolische Besetzung der psychiatrischen Klinik durch die Beschäftigten, Patientinnen und Patienten, Psychiatrie Erfahrene, Angehörige, Bürger der Stadt, Politiker und Kooperationspartner. Es handelt sich um eine Protestaktion gegen den Beschluss der Landesregierung, die Landeskrankenhäuser zu verkaufen. Angelehnt an Goyas "Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer " werden wir eine aktive Nachtwache halten. Geplant sind Aktionen, Informationen, Präsentationen, Theater und Diskussionen. Wir werden Filme zeigen, essen, trinken und tanzen. Ein Verkauf an ein profitorientiertes Konsortium, lässt uns um die Inhalte und die Qualität unserer Arbeit fürchten. "Nicht alles lässt sich privat und profitorientiert 'erledigen'." Wir fürchten, dass die Patienten, für die wir vorrangig zuständig sind, weil es auch die unbequemsten sind, nämlich die schwer und chronisch kranken Menschen "die Zeche zahlen" werden. Konkret (andere Kliniken haben es vorgemacht), dass die Entlassung in Heime zunimmt. Das bedeutet die Abkehr von dem erklärten Ziel der Psychiatrie Enquete, für jeden Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu erhalten - trotz Krankheit und mit Krankheit. Neben vielem anderen befürchten wir eine zunehmende "Verheimung". Die alte, wohlbegründete Grundregel der Sozialpsychiatrie, Zeit und Kraft vorrangig bei den Menschen zu investieren " bei denen es sich am wenigsten lohnt" (K. Dörner) verträgt sich schlecht mit den Grundsätzen betriebswirtschaftlicher Logik. Die Bürger werden die Kosten der von der Landesregierung geplanten kurzfristigen Entlastung des Haushalts aufbringen: höhere Krankenkassenbeiträge für alle (durch ausgeweitete Behandlungsangebote), über die Steuern (Maßregelvollzug), durch höhere Belastung der Kommunen (Kosten der Heimplätze). Auch das finden wir unvernünftig.


BILD: nachtdervernunft.jpg


Siehe auch

Siehe auch


Oktober 2007

LKH-Wunstorf günstig von der Klinikum Region Hannover GmbH übernommen

Region übernimmt Krankenhaus und spart 30 Millionen

"LKH Wunstorf endgültig verkauft/ Gehaltsverzicht in restlichen zwölf Häusern - Hannover, 23.10.2007. Das Klinikum Region Hannover hat allen Grund zur Freude: Der Klinikverbund erhielt jetzt nicht nur die endgültige Zustimung zur Übernahme des Landeskrankenhauses (LKH) Wunstorf, sondern konnte sich nun auch mit der Dienstleitungsgewerkschaft ver.di und der Ärztegewerkschaft Marburger Bund auf einen Haustarifvertrag einigen....Am Ende stimmte nun auch der niedersächsische Landtag der Übernahme des letzten noch zum Verkauf stehenden LKH durch den neuen Betreiber zu. Das Bundeskartellamt in Bonn hatte den Eigentümerwechsel bereits am 21.August genehmigt, nachdem alle Auflagen vom Käufer, dem Klinikum Region Hannover, erfüllt worden waren. 36 vollstationäre und 14 teilstationäre Behandlungsplätze mußte die Region dafür an die Burghof-Klinik in Rinteln verkaufen. Das Bundeskartellamt hatte zunächst moniert, dass das Klinikum mit dem Zukauf eine marktbeherrschende Stellung auf dem Gebiet der psychiatrischen Dienstleistungen gewinne..."

FAU News vom 30.10.07

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