Klinikum Kassel: Von der gGmbH zur AG

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Der Weg von der gemeinnützigen GmbH zum Unternehmen einer Aktiengesellschaft

Mai 2006

Zwischen der Umwandlung des Klinikums Kassel in eine gemeinnützige GmbH im Jahr 1992 und der Einbindung des Klinikums Kassel GmbH in die jetzige Aktiengesellschaft Gesundheit Nordhessen Holding liegen wichtige Zwischenschritte.

1991 wurden bei der Klinikum Kassel gGmbH vier Zukunftsmodelle geprüft:

  • Beibehaltung des Status quo
  • strategische Partnerschaft (ohne finanzielle Beteiligungen)
  • finanzielle Regionale Partnerschaft sowie
  • die vollständige oder mehrheitliche Veräußerung des Klinikums.

Siehe dazu Pressemitteilung Klinikum Kassel 21.6.01.

Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Klinikum Kassel gGmbH verfolgten für die Neupositionierung des Krankenhauses der Maximalversorgung das Modell „finanzielle regionale Partnerschaft“. Dieses sah eine Zusammenarbeit mit anderen Klinika unter dem Dach einer Holding vor. (Pressemitteilung Klinikum Kassel 29.8.01)

Um die Voraussetzungen für die „finanzielle regionale Partnerschaft“ zu schaffen, bereitete das Klinikum Kassel mit der Stadt Kassel als alleiniger Gesellschafterin die Bildung einer nicht-gemeinnützigen Holding-Struktur vor. Voraussetzung für die Organisation der Klinikums-Gesellschaften unter dem Dach der Gesundheitsholding war, dass die Gesellschaften nicht mehr den Status der Gemeinnützigkeit haben. Daher wurden die Klinikum Kassel GmbH, die Seniorenwohnanlagen Kassel GmbH und die Reha-Zentrum GmbH gegründet und die Geschäftsbetriebe von den bisherigen gemeinnützigen Gesellschaften auf diese neuen Gesellschaften übertragen. Ökomed war schon immer eine gewerbliche GmbH. (Pressemitteilung Klinikum Kassel 3.9.02)

Die 100prozentige Tochtergesellschaft der Holdung caremed GmbH wurde umbenannt in Krankenhaus Bad Arolsen GmbH und hat 2003 den Krankenhausbetrieb der Stadt Bad Arolsen mit allen Aktiva und Passiva zu einem symbolischen Preis gekauft. (Pressemitteilung Klinikum Kassel 19.12.03)

Der Deutsche Evangelische Frauenbund als bisheriger Träger des Kinderkrankenhauses und die Stadt Kassel als Trägerin des Klinikums mit seiner Kinderklinik hatten seit 2001 eine Fusion und den Bau eines neuen Kindergesundheitszentrum neben dem Klinikum vorbereitet. Das Kinderkrankenhaus Park Schönfeld gehörte seit 2003 zur Klinikum Kassel GmbH und damit zur Gesundheit Nordhessen Holding AG. Die 100prozentige Tochter des Klinikums hat den Betrieb des Kinderkrankenhauses vom Deutschen Evangelischen Frauenbund, Ortsverband Kassel gekauft. (Pressemitteilung Klinikum Kassel 2.10.03)

In November 2004 waren durch Beschlüsse des Magistrats und des Aufsichtsrates der Gesundheit Nordhessen Holding AG die rechtlichen und formalen Voraussetzungen für die Fusion der Landkreiskrankenhäuser Hofgeismar, Wolfhagen und Helmarshausen sowie der Stadt Kassel geschaffen worden. (Pressemitteilung Gesundheit Nordhessen 3.11.04)

Als Vorstandsvorsitzender der Gesundheit Nordhessen Holding AG ist Dr. Gerhard Sontheimer im April 2005 berufen worden. Der Arzt und Diplom-Physiker war bisher Regionalgeschäftsführer der privaten börsennotierten Krankenhauskette Mediclin AG und verantwortlich für Akutklinika in Mecklenburg-Vorpommern. (Pressemitteilung Gesundheit Nordhessen 1.4.05)

Mit der Umwandlung der früheren teils gemeinnützigen Klinika in Töchter der Gesundheit Nordhessen Holding AG ist grundsätzlich die Privatisierung erleichtert. Ein Börsengang der Aktiengesellschaft in absehbarer Zeit sei unrealistisch, heißt es. Abgesehen davon, dass selbst eine Teil-Privatisierung des Konzerns politisch höchst umstritten und auch nicht kurzfristig zu realisieren sei, gebe es kaum Interesse an einem Minderheitsanteil. (der tag 19.12.2005)

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