Gut Neuhof
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Gut Neuhof in Petershagen-Heimsen ist ein Wiedereingliederungs- und Pflegehaus für chronisch mehrfach geschädigte psychisch kranke und suchtkranke Erwachsene, das sich seit 2003 im Besitz der Ameos-Gruppe befindet.
März 2005
Aktive Mittagspause
Nachdem Ameos Tarifverhandlungen, u.a. durch kurzfristige Absagen von Verhandlungsterminen, verschleppte, gingen KollegInnen von Gut Neuhof mit einer phantasievollen Osteraktion an die Öffentlichkeit. Ver.di forderte die Geschäftsführung auf, Verhandlungen zur Wiederinkraftsetzung des Tarifvertrages am 8. oder 11. April zu führen, und kündigte Warnstreiks an. (Mindener Tageblatt 30.3.05)
Geschäftsführung und Heimleitung verweigerten gegenüber dem Mindener Tageblatt eine Stellungnahme. Die Verhandlungsverzögerungen wurden damit erklärt, dass sich Verhandlungen mit dem Landschaftsverband über die Pflegesätze schleppend hinziehen würden .
Nach Angaben des Mindener Tageblatts 30.3.05 bezeichneten TeilnehmerInnen der Osteraktion nicht gewerkschaftlich organisierte KollegInnen als „Trittbrettfahrer“, die von der gewerkschaftlichen Aktivität für den Haustarifvertrag profitierten. Der Organisationsgrad auf Gut Neuhof sei im Verlauf der langwierigen Auseinandersetzungen gestiegen und liege heute bei 85%.
Im Mai 2004 hatte Ver.di die Wiedereinsetzung des vor Jahresfrist gekündigten Mantel- und Entgelttarifvertrages für die 110 Beschäftigten bis Ende 2004 erreicht. Außerdem wurden betriebsbedingte Kündigungen für diese sieben Monate ausgeschlossen und eine Einigungsstelle bei innerbetrieblichen Konflikten eingerichtet. Bis zum Jahresende sollen in Verhandlungen Lösungen für erfolgs- und leistungsabhängige Entgelte gefunden werden, die in BAT-angelehnte Vereinbarungen münden und für beide Seiten, Arbeitgeber wie Arbeitnehmer, akzeptable Bedingungen beinhalten sollen. ... Der erst 2001 erkämpfte Tarifvertrag der Beschäftigten auf BAT-Niveau war im Vorjahr [2003] von der Geschäftsführung einseitig gekündigt worden. (Erklärung von Ver.di NRW ohne Datum)
Den Erfolg meldete Ver.di damals als »Neue« Partnerschaft zwischen Belegschaft und Geschäftsführung auf Gut Neuhof . Der zuständige Sekretär von Ver.di, Volker Hoppman, sagte dazu, dass im Gesundheits- und Sozialwesen der Konkurrenzkampf unter allen Trägern härter geworden sei, da die gesellschaftliche Mittelzuweisung geringer werde. Personalkosten seien in jedem Unternehmen ein erheblicher Faktor bei den Betriebskosten. Gleichwohl sah er in dem Aussetzen des BAT-Vertrages oder der willkürlichen Kürzung der Löhne und Gehälter den falschen Weg. Die Lohnkosten müssten in einem fairen Vertragsverhältnis geregelt werden. Er machte der Armeo-Geschäftsführung das Angebot, in diesem Punkt eine zukunftsgerichtete Partnerschaft einzugehen. Denn an einem wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens hätten auch deren Beschäftigte ein großes Interesse. (Erklärung von Ver.di NRW ohne Datum)

