Ameos
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Bei AMEOS sind Leben und Gesundheit der Patienten in guten Händen. ... AMEOS ist unter den Trägergesellschaften von Kranken- und Pflegehäusern diejenige mit der höchsten Finanzsicherheit und Kapitalkraft. Bei uns finden keine Dividendenzahlungen oder Gewinnausschüttungen an die Eigentümer statt. Erträge kommen unseren Einrichtungen zugute ... (Selbstdarstellung)
In den Unternehmen der Gruppe sind 4.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt (AMEOS-Pressemitteilung vom 28. Sept. 2006.) Da sich der Sitz von Ameos in der Schweiz befindet, gibt es keine Arbeitnehmerbeteiligung im Aufsichtsrat.
Vierteljahresbericht der Ameos Psychiatrium gGmbH 1. Quartal 2007:
Noch sind keine fünf Jahre vergangen, seit Ameos erstmals am Gesundheitsmarkt aktiv geworden ist. Bereits heute gehört das Unternehmen mit 63 Einrichtungen an 22 Standorten zu den bedeutenden privaten Betreibern in Deutschland, mächtig bestrebt, den Anschluss an die alleroberste Liga zu schaffen.
Nach Angaben Axel Paegers bringen alle Einrichtungen, die länger als sechs Monate zur Ameos-Gruppe gehören, eine Umsatzrendite von 20 Prozent. (medinfoweb.de 14.12.04.) Diese Prozentangabe wurde später bestritten.
In einem Artikel von Richard Haimann (Ärztezeitung 17.2.05) heißt es, die Zahlenangaben über die Einrichtungen seien nach Ansicht von Ver.di „Image-Kosmetik“ :
„Paeger hat Einrichtungen in viele selbständige Einheiten zergliedert“, sagt der Bremer Gewerkschaftssekretär Uwe Schmidt. Auf diese Weise sei das Mitbestimmungsrecht der Beschäftigten verringert und die Zahl der Einrichtungen nach oben gedrückt worden.
Allein die ... Landeskrankenhäuser in Heiligenhafen und Neustadt liste Ameos auf seiner Internet-Seite als insgesamt 22 eigenständige Unternehmen ...
Zur Frage der nicht stattfindenden Gewinnausschüttungen zitiert derselbe Artikel Andreas Fendel, Gesellschafter der Ameos Holding AG und von Ameos und geschäftsführender Gesellschafter der Quadriga Capital Eigenkapital Beratung GmbH:
Den Kapitalgebern der Ameos gehe es nicht um die Erzielung laufender Dividenden ... Ziel sei ... eine Mehrung des investierten Kapitals durch einen späteren Börsengang.
Inhaltsverzeichnis |
Aktionsbereich
Ameos agiert bisher nur in Deutschland (Financial Times Deutschland vom 21.8.2006). Andere Darstellungen, wonach AMEOS auch in Österreich, Polen, Ungarn und Tschechien aktiv sei - z.B. Klinik Markt inside 25.2.05 - sind so nicht zutreffend. AMEOS mag dorthin Kontakte pflegen, besitzt jedoch keine eigenen Unternehmen in diesen Ländern.
Unternehmensstruktur
Ohne Gewähr, Stand: Dezember 2006
Die Stadt Halberstadt besitzt noch 5% der Anteile am Krankenhaus, die Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern noch 30% Anteile an den Einrichtungen in Anklam und Ueckermünde.
Zum Herunterladen:
Detaillierte Struktur der Ameos AG und Ameos Holding AG, Stand: Herbst 2006
Geschichte
Bei der AMEOS handelt es sich um das zweite Engagement der Quadriga im Bereich Gesundheitswesen.
Die Ameos AG wurde 2002 als Europe Hospital GmbH von Axel Paeger und Martin Kerres als Gesellschafter und Geschäftsführer gegründet. 2003 wurde die Firma in die EH Europe Hospital AG umgewandelt, einige Monate später in Ameos AG umbenannt.
Die Ameos AG verfügte bis Mitte 2005 über ein Stammkapital von nur 100.000 CHF (rund 65.500 €). Mitte 2005 wurde beim Handelsregister Zürich eine Erhöhung des Aktienkapitals auf 10.048.272 CHF notiert. Sämtliche Aktien sind Namensaktien und nur beschränkt übertragbar.
Hervorgegangen ist Ameos aus der Medica. Laut Handelsregister-Auskunft der Industrie- und Handelskammer Bochum gibt oder gab es eine Firma „Medica Klinik Beteiligungen GmbH“, die mit einem Stammkapital von 3 Millionen € ausgestattet ist oder war.
Einem weiteren Bericht zu Folge ging Ameos aus der Euro Spital AG in der Schweiz und sechs Landeskrankenhäusern in Deutschland hervor. Anschliessend hat Ameos über 40 weitere Krankenhäuser übernommen. Darunter waren auch zwei, die als ehemalige Häuser der Senator/Medica vor der Pleite standen.
Herr XD ist mit Wirkung vom 01.01.2003 als Vorstandsvorsitzender der Medica Klinik Beteiligungen AG von der Mehrheitsgesellschafterin, der Quadriga Management GmbH abberufen worden, Herr P1 wurde ab dem 01.01.2003 zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Medica Klinik Beteiligungen AG berufen. Herr M.K. war seit diesem Zeitpunkt weiteres Vorstandsmitglied der Medica Klinik Beteiligungen AG. Herr XD war also seit dem 01.01.2003 nicht mehr für die Vorstandsarbeit der Medica Klinik Beteiligungen AG verantwortlich. Er wurde zum 01.07.2003 neuer geschäftsführender Gesellschafter der Senator Pflegeeinrichtungen GmbH in Lübeck und ist dort noch heute tätig.
Damals wurden einige Altenpflegeeinrichtungen der Medica der neuen Senator-Gruppe zugeschlagen. Die Senator-Gruppe gehört jedoch nicht mehr zur Quadriga. Die alten Klinikeinrichtungen der Medica sowie einige der unmittelbar dazu gehörenden Pflegehäuser bildeten den Kern der „AMEOS Gruppe“. Sie sind in der so genannte AMEOS Holding AG (AHAG) zusammengefasst [siehe auch legal structure]. Alle weiteren Engagements und Neuerwerbungen wurden dann in der neu gegründeten AMEOS AG getätigt. Hier waren ebenfalls Herr P1 und Herr M.K. maßgeblich beteiligt. Herr M.K. (ehemals Accenture-Partner) ist Anfang 2005 unter „ungeklärten Umständen“, jedoch unter intensivem Mitwirken von Herrn P1 aus der AMEOS Gruppe (dies bezeichnet intern bei beiden Kapitalgesellschaften AHAG und AMEOS AG) ausgeschieden.
Konzernbetriebsrat
In einem Flugblatt von ver.di Bezirk HL/OH, Fachbereich 3 (Mai/Juni 2005), heißt es:
Nachdem die Gesamtbetriebsräte der Ameos Gruppe mehrheitlich einen entsprechenden Beschluss gefasst hatten, sollte am 23. Mai 2005 die konstituierende Sitzung des Konzernbetriebsrates stattfinden. Diese Sitzung, zu der die Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates der psychatrium Gruppe, Monika Rübenkamp, die Ameos Gesamtbetriebsräte eingeladen hatte, konnte nicht stattfinden, da Ameos das Vorhandensein eines Konzern bestreitet und für die Sitzung keine Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. Die sehr unübersichtliche Struktur der Ameos begünstigte eine Leugnung des Konzerns. Vermutlich wird nur eine gerichtliche Überprüfung des Vorliegens eines Konzerns entscheiden können.
Schweizer Pensionskassen und Quadriga Capital
Das nötige Kapital bekommt Ameos einigen Angaben zufolge von Schweizer Pensionskassen, die laut Axel Paeger innerhalb von zwei Tagen 700 Millionen Schweizer Franken locker machen. (medinfoweb.de 14.12.04.)
In einem Artikel von Richard Haimann (Ärztezeitung 17.2.05) heißt es unter Berufung auf Ver.di, der eigentliche Kapitalgeber von Ameos sei die Firma Quadriga Capital.
Der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften schreibt über Quadriga Capital: Die von Quadriga Capital initiierten Eigenkapitalfonds werden ausschließlich von internationalen institutionellen Investoren bereitgestellt. Es handelt sich um führende Banken, Versicherungen und Pensionsfonds aus Europa und den USA.
Cerner
Alle Ameos-Krankenhäuser sollen nach Angaben der Firma Cerner Germany mit dem Krankenhaus-Informationssystem „Cerner Millennium“ ausgestattet werden.
Cerner Germany gehört zur Cerner Corporation, die eng mit der US-Administration unter Bush zusammenarbeitet, um ein nationales Informationssystem zur Kontrolle der Gesundheit der US-BürgerInnen aufzubauen. (The Business Journal 17.9.04, Info der Cerner Corp.)
Ameos Spitalgesellschaft mbH
Am 25.01.05 wurde von Dr. Axel Paeger eine Ameos Spitalgesellschaft mbH in Zürich gegründet. Die Gesellschaft wurde am 3.2.05 in das Züricher Handelsregister eingetragen. Paeger ist dort Gesellschafter mit Stammeinlage 1.000 CHF und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift. Die Ameos AG ist Gesellschafterin mit Stammeinlage von 19.000 CHF ohne Zeichnungsberechtigung.
Als Zweck der Gesellschaft weist das Handelregister aus: der Erwerb, die Sanierung und der Betrieb sowie das Management und die Beratung von Unternehmen im Bereich Gesundheitswesen in Europa.
Ameos Psychiatrie Holding
Im November 2004 wurde die Psychatrium Gruppe in Neustadt und Heiligenhafen an die Ameos Psychiatrie Holding übergeben, die unter anderem auch Maßregelvollzug betreiben. (Presseerklärung der Landesregierung Schleswig-Holstein 18.11.04)
Geschehnisse um die Privatisierung in Schleswig-Holstein
Aus einem Antrag der FDP-Fraktion auf Einladung von Mitarbeitern und Management der psychatrium GRUPPE in den Sozialausschuss vom 30.04.2004 (Schleswig-Holsteinischer Landtag Umdruck 15/4501):
Im Zuge der Privatisierung werden mehrere Landesgesetze aufzuheben bzw. anzupassen sein. So liegt mit dem Gesetz zur Neuordnung der Fachkliniken (FKlNG) vom 25. Februar 2002, GVOBl. S.-H. 2002, S. 237, zuletzt geändert durch Gesetz vom 16.09.2003, GVOBl. S.-H. 2003,S. 503, eine Rechtsgrundlage vor, die vorschreibt, dass die psychatrium GRUPPE als Fachklinik im Sinne des Fachklinikgesetzes und damit als Anstalt öffentlichen Rechts geführt wird. Die Beibehaltung dieser Rechtsform ist im Zuge der Privatisierung nicht möglich. Darüber hinaus ist die Beleihung des neuen, privatrechtlich organisierten Unternehmens mit der öffentlich-rechtlichen Aufgabe des Maßregelvollzugs (vgl. Maßregelvollzugsgesetz vom 19.01.2000, MVollzG, GVOBl. 2000, S. 114, zuletzt geändert durch Gesetz vom 28.5.2003, GVOBl. 2003, S. 286) und der Unterbringung von psychisch kranken Menschen nach dem Psychisch-Kranken-Gesetz vom 14.01.2000 (PsychKG, GVOBl. 2000, S. 106, 206) vorgesehen; vgl. Ziff. II.1.5. der Vergabebekanntmachung. Hierzu müssen die entsprechenden Rechtsgrundlagen angepasst werden. Berichten sozialpolitisch engagierter Verbände in Schleswig-Holstein ist zu entnehmen, dass sich mittlerweile zum Zweck der Beteiligung am Privatisierungsverfahren innerhalb der Geschäftsleitung der psychatrium GRUPPE mehrere Personen zusammen gefunden haben, die die Übernahme der Gruppe im Rahmen eines so genannten Management-Buy-Out-Modells (MBO) anstreben. Ziel dieses Modells ist es, dass die bisheriger Geschäftsführung zu 75 % und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu etwa 25 % das Eigentum an der zu privatisierenden Einrichtung erwerben; vgl. Bericht der „Brücke S.-H.“ vom 23.04.2004 „Psychatrische Fachkliniken vor dem Verkauf. Wo bleibt die zeitgemäße psychatrische Versorgung der Bevölkerung?“. Mit Schreiben vom 30.4.2004 beantragte die Abgeordnete Kolb (FDP) im Sozialausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtages, dass den Mitarbeitern und dem Management der psychatrium GRUPPE ermöglicht werden solle, ihr Bewerberkonzept im Rahmen der Privatisierung vorzustellen. Einen gleich lautenden Antrag stellte der Abgeordnete Dr. Garg (FDP) im Finanzausschuss des Landtages (Umdruck 15/4458).
Weitere Nachrichten
Aus internen Kreisen wurde berichtet, die Psychatrium Gruppe interessiere sich für die Landeskrankenhäuser in Brandenburg und Niedersachsen. Auch hier wären forensische Einrichtungen betroffen. In den öffentlichen Medien konnten keine Bestätigungen für das Interesse gefunden werden.
Anonymen Berichten zufolge handelt es sich bei der Ameos Psychiatrie Holding um einen Briefkasten. Geschäftsführer sei ein Mann namens Kim Hee Dong, den MitarbeiterInnen noch niemals gesehen hätten. – Siehe auch Fragen 2 und 3.
Nach einer Meldung im Handelsregisterblatt Kiel vom 25.01.2006 wurde Kim Hee Dong als Geschäftsführer von Beat Fellmann abgelöst.
Fellmann war nach dem Studium der Volkswirtschaft als Wirtschaftsanalyst bei der UBS tätig und danach fünf Jahre als „Kommunikationsberater“. Seit 1999 arbeitete er bei der privaten Klinik St. Anna, wo er Vizedirektor und Leiter Marketing und Unternehmensentwicklung war. (GoodDay, Bayerischer Rundfunk 13.11.02 Online) – Siehe dazu auch Frage 13
St. Anna, Hirslanden, UBS, BC Partners, Cinven und britische Psychiatrien
St. Anna wurde 2005 von Hirslanden übernommen. Hirslanden arbeitet mit über 1000 auf eigene Rechnung tätigen Belegärzten zusammen. (OnlineReports Basel 14.10.01)
Hirslanden wurde im November 2002 von der UBS AG an die britische Investorengruppe BC Partners Funds als Mehrheitsgesellschafterin verkauft. In einer Pressemitteilung von BC Partners vom 1.11.02 heißt es dazu, der Zeitpunkt der Übernahme sei sorgsam ausgewählt. UBS habe in den vergangenen 12 Jahren das Wachstum von Hirslanden erfolgreich unterstützt.
BC Partners kauft und verkauft auch andernorts Gesundheitseinrichtungen. Unter anderem verkaufte BC Partners im Jahr 2005 die britische Kette psychiatrischer Krankenhäuser Partnerships in Care mit mehr als 2000 MitarbeiterInnen an Cinven, einem internationalem Investmentfond für institutionelle Anleger. (UK Business Park)
Die Börsen-Zeitung vom 19.11.05 kommentierte:
Einen vergleichbaren Deal wie den von Cinven, die Ende der neunziger Jahre eine britisch-französische Klinik-Gruppe formte und diese 2000 mit 35 % Gewinn an BC Partners weiterreichte, hält er [Elmar Willebrand, Hauptgeschäftsführer von Asklepios] hierzulande schon aus politischen Gründen für kaum vorstellbar (zitiert bei Asklepios in den Medien 2005).
Die Kette „Partnerships in Care“ befand sich bis 2000 als Teil der General Healthcare Group (GHG) schon einmal im Besitz von Cinven, bevor sie an BC Partners überging. (General Health Care Group)
Für Cinven in nicht unerheblichem Umfang tätig ist die UBS Investment Bank. (Info der Bank)
Cinven hält außer bei Krankenhausketten Investments u.a. beim Springer Fachbuch Verlag. (Cinven-Info Februar 2006)
BC Partners und Cinven machten im Jahr 2005 gemeinsam ein Angebot zur Übernahme von Amadeus Global, an der die Lufthansa beteiligt ist. Die Lufthansa wurde bei der Übernahme von der UBS Investment Bank beraten. (Report of the Board of Directors on the Takeover Bit made by WAM Aacquisition, S.A. 27.5.05, Pressemeldung Lufthansa 12.1.05, Europäische Kommission 17.3.05, Europäische Kommission 16.3.05)
Dr. Axel Paeger
Paeger
- ist seit 2003 Aufsichtsratsmitglied der Ameos AG und außerdem Vorstand der Ameos Holding AG.
- war von 1994 bis 2003 Hauptgeschäftsführer der Asklepios Kliniken GmbH
- ist bzw. war Vorstandsvorsitzender der Medica Klinik Beteiligungen AG, die in Finanznot gerieht
Korrektur per E-Mail 12.6.05: Paeger ist weder noch war er jemals Vorstandsvorsitzender von "Medica" oder "Senator" ("Medica" firmiert heute als "Senator"). - war von 1995 bis 1999 Board Member (Verwaltungsratsmitglied) der Pacific Health Corporation, Kalifornien, einer Tochter von Asklepios
- ist Präsident im Ehrenamt der Gesellschaft für Europäisches Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen e.V.
- ist Stellvertretender Schatzmeister des Verbandes Rheumatologischer Akutkliniken e.V.
- schrieb zusammen mit Michael Liebetrau von der Helios Kliniken GmbH einen Artikel im American Journal of Medical Quality
- war zuvor Geschäftsführer des Bereiches Health Care in einer international tätigen Unternehmensberatung (Health Care Consultancy Cleveland – HCC)
- wurde am 19. April 2005 in den Verwaltungsrat der Ascom gewählt
- in der Presse FTD, 21.08.2006
Ascom
Die Ascom AG ist laut Selbstdarstellung der Homepage ein internationaler Dienstleistungsanbieter für Telekommunikationssysteme, integrierte Sprach- und Datenkommunikation, drahtlose und drahtgebundene Sicherheitslösungen sowie vernetzte Gebühreneinzugssysteme .
Ascom beliefert u.a. Krankenhäuser mit Kommunikationssystemen. Dazu heißt es im Geschäftsbericht 2004:
Seit dem Frühjahr 2004 ist die drahtlose Systemlösung Freeset DCT1900 von Ascom im Einsatz, die eine Übermittlung sowohl von Sprach- als auch Textdaten ermöglicht. Das System setzt sich zusammen aus Funkvermittler und Basisstationen sowie den tragbaren Telefongeräten 9P23 Medic für das medizinische Personal und 9P23 Messenger für das Sicherheitspersonal und Gebäudemanagement. Durch die Handsets 9P23 Medic konnte die Mobilität des Spitalpersonals deutlich erhöht werden, denn unabhängig vom jeweiligen «Onsite» Standort kommunizieren Ärzte und Krankenbetreuer heute jederzeit direkt miteinander. Dadurch wurden «Suchzeiten» eliminiert, und es bleibt mehr Zeit für die aktive Betreuung der Patienten. ...
Gerade in einem Spitalumfeld ist die vollständige Erfassung von Patientendaten und Behandlungsvorgängen enorm wichtig. Die Systemlösung von Ascom, in das spitaleigene Pflegerrufsystem integriert, speichert einzelne Daten zeitgenau ab. Wenn ein Patient zum Beispiel über das Rufsystem Hilfe oder Betreuung anfordert, so wird dies als Textnachricht auf dem Funktelefon des diensthabenden Pfl egepersonals angezeigt. Sollte nach wenigen Sekunden keine Bestätigung des Notrufs erfolgen – hierfür muss eine entsprechende Bestätigungstaste gedrückt werden – so wird der Vorfall als «Time-out» gekennzeichnet. Gleichzeitig wird der Patientenruf an eine andere Person des Pflegepersonals weitergeleitet. Mit der Aufzeichnung dieser Daten erhält das Spital einen umfassenden Überblick über einzelne Ereignisse und kann so die Qualität der Patientenpflege systematisch optimieren.
Zum Kundenkreis von Ascom gehören außerdem Behörden und Sicherheitsorganisationen mit Bedarf an Überwachungsgeräten und Informationssystemen.
In Form einer Stiftung betreibt Ascom die Ascom Pensionskasse (APK), als deren Kontrollstelle die Ernst & Young AG fungiert.
Außer Paeger wurde für den Verwaltungsrat von Ascom auch ein gewisser Rolf A. Meyer vorgeschlagen. Meyer war Ciba-Präsident und -Konzernchef und ist Verwaltungsrat der UBS und DKSH.
Meyer leitete nach dem Zusammenschluss von Ciba-Geigy und Sandoz zu Novartis die Ausgliederung der Ciba Spezialitätenchemie AG. (UBS Jahresbericht 2004)
UBS ist nach eigenen Angaben einer der größten Vermögensverwalter der Welt und verwaltet 1,3 Billionen CHF.
Die DKSH beschäftigt sich u.a. mit dem Aufbau pharmazeutischer Versorgungsketten und der Auslagerung von Krankenhausdienstleistungen in Asien. (Geschäftsbericht 2003, DKSH Website)
GAIA Consulting GmbH
Dr. Axel Paeger hat am 22.11.2004 zusammen mit einem Dr. Mario Weiss aus Hamburg die Firma GAIA Consulting GmbH in Freienbach SZ gegründet.
Paeger ist in der Firma Geschäftsführer mit Einzelunterschrift und ohne Stammeinlage. Weiss hat kurz nach der Gründung der Firma Paegers Stammeinlage von 1.000 CHF übernommen und hält seitdem die gesamte Stammeinlage von 20.000 CHF allein.
Zweck der Firma:
Beratungsdienstleistungen in den Bereichen Finanzen, Sales, Marketing sowie Forschung und Entwicklung; kann sich an anderen Unternehmen beteiligen oder solche übernehmen oder errichten. (Handelsregister des Kantons Schwyz)
Mario Weiss ist – wenn es sich nicht um eine zufällige Namensgleichheit handelt – vertretungsberechtigter Vorstand der GAIA AG. Als Experte schrieb er in einem Magazin der AOK:
Die Kassen sollten vom Zahler (Payer) zum gestaltenden Partner (Player) werden. ... Die Kassen müssen als Einkäufer den Gesundheitsmarkt stärken beeinflussen. Solange vor allem die Ärzte Gesundheitsdienstleistungen definieren, werden sie auch im Wesentlichen über ihre Honorierung bestimmen. (AOK-Management 5+6/99)
In der Zeitschrift Gesundheit und Gesellschaft 4/99 schrieb er:
Es steht außer Frage, daß wir wesentlich mehr Gesundheit für das gleiche Geld bekommen würden, wenn wir einen Teil der vorhandenen Ressourcen statt in Betten, Geräte und Ärzte in Managementkompetenz stecken würden. Wir dürfen übrigens nicht erwarten, daß die Ärzteschaft bei diesem Vorschlag begeistert Beifall klatscht. Welcher Experte läßt sich letzten Endes gerne die Freiheit nehmen, unkontrolliert und ohne klare Zielvorgaben seinem Spezialistenturn nachzugehen.
„Managementkompetenz“ bedeutet dabei zum Beispiel, mit Desease Management Marketing-Erfolge zu erzielen, denn: Disease Management ist, wenn es professionell eingesetzt wird, eine der wirkungsvollsten Waffen, die dem Marketeer im Gesundheitswesen zur Verfügung stehen. (Pharma-Marketing Journal 5/97)
Im Aufsichtsrat der GAIA AG sitzen Michael Nick, Aufsichtsratsvorsitzender und Geschäftsführer von Merz Pharma Deutschland, und Kristian Opsetmoen, Aufsichtsrat und Director Finance bei Accenture Nordeuropa. (Info der GAIA AG
Die GAIA AG veranstaltet Tagungen, auf denen Vertreter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) und von Behörden Vorträge halten. (Einladung zu einer Tagung „Arzneimittelmanagement durch Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigungen und Bundesbehörden“, September 2005)
Weitere Quellen
- Website von Asklepios
- MCC Hospital World 2003
- Krankenhaus-Kongress 2004 (PDF)
- Rheuma Akut
- American Journal of Medical Quality 18/2003 (PDF)
- Referentenliste Europäischer Gesundheitskongress 2003
- Info von Ascom
- Tagesanzeiger Schweiz, 9.3.05
- Presseerklärung Ascom 19.4.05
Siehe auch
- Wie man mit Ascom reich wird
Neue Züricher Zeitung 20. März 2005 - Asklepios
- Ernst & Young AG
M.K.
M.K.
- war von 2002 Mitgesellschafter und Vorstandsvorsitzender der Ameos AG und wurde Mitte Januar 2005 „wegen Unstimmigkeiten“ entlassen. Ergänzung 14.4.05: Nach Darstellung von Paeger, Aufsichtsrat/Vorstand bei Ameos, wurde M.K. nicht entlassen.
- war Aufsichtsratsmitglied Medica Kliniken
- leitete bis 2003 die Industriegruppe Gesundheitswesen (Health Services) für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei Accenture (ehemals Andersen Consulting)
- schrieb zusammen mit dem Vorstandssprecher des LBK Hamburg, H.L., ein Buch: Der Gesundheitssektor: Chance zur Erneuerung
H.L. wird Mitte 2005 den LBK verlassen und dann als Berater von Asklepios beschäftigt werden.
Quellen
Ameos Holding AG
Ende 2003 wurde eine zweite AG gegründet, die Prosana Hospital AG, 2004 umbenannt in Ameos Holding AG. Ihr Aktienkapital beträgt 100.000 CHF (knapp 67.000 €, Stand: 26.1.07). Es handelt sich um Inhaberaktien.
Die meisten der sechs eingetragenen Gesellschafter der Ameos Holding AG sind deutsche Staatsangehörige. Unter ihnen: Axel Paeger und Andreas Fendel.
Fendel hat ein Buch geschrieben: „Investmententscheidungsprozesse in Venture Capital-Unternehmungen“, 1987 erschienen.
Laut Handelregisterauszug vom 22.02.2006 wurde als Revisionsstelle neu eingetragen: PricewaterhouseCoopers AG, in Zürich, und gelöscht: Ernst & Young AG, in Zürich. Den gleichen Wechsel vermerkt für die Ameos AG der Handelsregisterauszug vom 21.02.2006.
Laut Handelregisterauszug vom 03.01.2007 wurde Götz R. Euler (Bundesrepublik Deutschland, in Meerbusch), bisher Vize-Präsident mit Kollektivunterschrift zu zweien, als Mitglied mit Kollektivunterschrift zu zweien eingetragen. Dr. Andreas Fendel (Bundesrepublik Deutschland, in Frankfurt am Main), bisher Mitglied mit Kollektivunterschrift zu zweien, wurde als Vize-Präsident mit Kollektivunterschrift zu zweien eingetragen.
Laut Handelregisterauszug vom 21.12.2006 wurde di gleiche Änderung in der Ameos AG vorgenommen.
Nachrichten
Siehe auch
- Klinik News 3.8.04
- Website der Ameos AG (de)
- Website der Ameos AG (eu)
- Schweizer Handelsregistereintrag Ameos Holding AG (PDF)
- Schweizer Handelsregister
- Schweizer AG Recht
- Ver.di FB3 Sachsen-Anhalt zur Ameos Holding AG
- Cerner’s Antwort auf eine Anfrage des US-Gesundheitsministeriums vom 9.11.04 zum Thema „Development and Adoption of a National Health Information Network - NHIN“ (PDF)
- Appeal for Patient Privacy foundation
US-Organisation für das Recht zur Kontrolle über der eigenen medizinischen Daten - Psychatrium-Verkauf: Wer steckt hinter Ameos?
Kieler Naachrichten 16.11.04 - Dr. Heines Klinik
- Haldensleben
- Christophorus-Diakoniewerk Ueckermünde
- Ernst & Young
- Privatisierung der Kliniken in Niedersachsen von Ameos beeinflusst?
- Sicherungsvereinbarung psychatrium Gruppe vom Oktober 2004
- Vitanas
- DUK Versorgungswerk
- Interview zu Ameos
- Management-Probleme bei Ameos
- Frage zu Schulden von Ameos


