Agaplesion gAG
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Die Agaplesion gemeinnützige Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, besteht seit 26. Juni 2002.
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Allgemeines
Als ihre Aktionäre nennt die Agaplesion gAG auf ihrer Homepage folgende Einrichtungen (Stand 2008):
- Evangelisch-methodistische Kirche, Frankfurt/Main
- Ev.-luth. Diakonissenanstalt, Hamburg (= DKH Alten Eichen)
- Schwesternheim Bethanien, Hamburg (= DKH)
- Diakoniewerk Bethanien, Frankfurt/Main
- Evangelischer Regionalverband, Frankfurt/Main
- Frankfurter Diakonissenhaus, Frankfurt/Main (=DKF)
- Markus-Stiftung, Frankfurt/Main
- Elisabethenstift, Darmstadt
- Evangelisches Dekanat, Darmstadt
- Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
- Bethesda-Diakonie, Wuppertal
Ein etwas nachvollziehbareres Bild zeigt das Organigramm der Agaplesion gAG, weil dort die einzelnen Firmen aufgelistet sind, darunter (Stand 2008):
- Frankfurter Diakoniekliniken (Markus Krankenhaus, Diakonissenkrankenhaus, Bethanienkrankenhaus)
- Frankfurt: Markus-Diakonie (3 Einrichtungen) und diverse Neugründungen der Agaplesion AG
- Darmstadt: 4 Einrichtungen
- Bethanien Heidelberg: mehrere Einrichtungen
- Bethesda Ulm
- Diakonieklinikum Hamburg (Elim, Alten Eichen, Bethanien)
- Bethesda Wuppertal: 4 Firmen
- Bethesda Stuttgart: 2 Firmen
- Berlin: Sophienhaus Bethanien und 11 weitere Einrichtungen
- Sonst: zahlreiche Agaplesion-Gründungen wie Managementschulen, Servicefirmen etc.
Etwas genauer sind die Angaben im Jahresbericht 2004 der Agaplesion gAG:
- Diakoniewerk Bethanien (63,3 %)
- Frankfurter Diakonissenhaus (15,6 %)
- Evangelischer Regionalverband (7,4 %)
- Elisabethenstift Darmstadt (4,5 %)
- Dekanat Darmstadt-Stadt (5,6 %)
- Markus-Stiftung (2,5 %)
- Evangelische Kirche von Hessen und Nassau (1,1 %)
Im Jahresbericht 2005 vom 22.2.2007 haben sich diese Verhältnisse wieder etwas verschoben.
Aktionäre zum 31. Dezember 2005 sind:
- Diakoniewerk Bethanien (58,6%)
- Frankfurter Diakonissenhaus (15,0%)
- Evangelischer Regionalverband (7,1%)
- Elisabethenstift Darmstadt (5,4%)
- Dekanat Darmstadt-Stadt (5,4%)
- Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (3,9%)
- Markus-Stiftung (2,4%)
- Evangelisch-Methodistische Kirche (2,2%).
Die Beteiligungsverhältnisse haben sich inzwischen (April 2010) verschoben - und sind zur Zeit dabei, sich weiter zu verschieben.
In den letzten Konzernabschluss [von wann?] sind folgende Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die Agaplesion gAG die Mehrheit der Stimmrechte hat:
- Frankfurter Diakonie Kliniken: 60 %
- Krankenhaus Elisabethenstift: 60 %
- Frankfurter Diakonie Kliniken: 100 %
- Markus Diakonie: 100 % über Frankfurter Diakonie Kliniken
- Bethanien-Krankenhaus Frankfurt: 60%
- Klinik Waldhof Elgershausen: 60 %
- Service Betriebskliniken Darmstadt: 100% über Elisabethenstift
- Maria-Graimberg-Haus Heidelberg: 51 % über Bethanien
- Agaplesion Medizinisches Versorgungszentrum: 100 % über Frankfurter Diakonie Kliniken
- Bethanien Heidelberg: 98% über Bethanien
Noch nicht einbezogen sind:
- DIAKONIE-KLINIKUM HAMBURG:
Der 60%-Anteil der Agaplesion gAG besteht zwar seit Oktober 2005, ist aber erst zum 1.1.2006 wirksam. Jeweils 20 Prozent hielten zunächst getrennt die Hamburger Krankenhäuser Alten Eichen und Bethanien, die seit Herbst 2006 eine GmbH bilden. Im September 2006 wurde die "Krankenhaus Elim GmbH" mit dieser "Krankenhäuser Alten Eichen / Bethanien GmbH" verschmolzen, sie ging im Diakonieklinikum Hamburg unter, das jetzt zu 60 % der Agaplesion und zu 40 % der "Krankenhäuser Alten Eichen / Bethanien GmbH" gehört, die wiederum an der Agaplesion AG beteiligt ist. (siehe unter Presse 2006-2/Bundesanzeiger). - Seit August 2006 ist die Agaplesion AG auch mit 60% Hauptgesellschafter des Diakoniewerkes Bethesda. Bis dahin gehörte das Bethesda Krankenhaus Stuttgart zum Diakoniewerk Bethesda in Wuppertal. Gleichzeitig mit dem Bethesda Krankenhaus Stuttgart übernahm die Agaplesion gAG auch das Bethesda Krankenhaus Wuppertal, die Bethesda Klinik Ulm, das Diakoniekrankenhaus Seehaus sowie drei Bethesda Seniorenzentren in Berlin, Unna und Wuppertal.
- Das evangelische Krankenhaus in Gießen. Siehe unten auf dieser Seite.
Alle Agaplesion-Kliniken haben zusammen rund 3.000 Betten, die Altenheime rund 1.000 Pflegeplätze und 420 betreute Wohnungen. Insgesamt arbeiten in den Häusern der Aktiengesellschaft rund 6.500 Beschäftigte.
Was aus all dem aber nicht deutlich wird (zumal wenn gesagt wird, die methodistische Kirche halte nur 2 Prozent der Agaplesion Aktien) und was vielleicht auch nicht deutlich werden SOLL (selbst auf der Website der Methodisten kommt Agaplesion nicht vor), ist dies:
Größter Aktionär von Agaplesion ist die methodistische Kirche, deren Diakoniewerk Bethanien Frankfurt einen Anteil von rund 60 Prozent an der Agaplesion AG hält. (Bereits im Mai 2003 musste das Diakoniewerk Bethanien entsprechend § 20 AktG bekannt geben, dass es die Mehrheit der Agaplesion Aktien hält). Die Methodisten besitzen also offiziell rund 59 % der Agaplesion AG. In Wirklichkeit sind es mehr, denn auch die "Diakoniegemeinschaft Bethesda", das Krankenhaus "Bethanien" in Hamburg und weitere Einrichtungen (siehe oben) sind methodistisch. Und dabei wird es nicht bleiben, denn die Rechtsform der Aktiengesellschaft ist darauf angelegt, weiter zu expandieren: Mit der Gründung einer AG ist die weitere bundesweite Ausdehnung bereits programmiert.
Zusammenhänge
Asklepios
Initiative gegen die Bebauung des Sparbiersportplatzes Anfang 2008:
Nachdem sich im November letzten Jahres Asklepios durch den Kauf der CardioClinic in das geplante „Diakonieklinikum“ des Agaplesion-Konzerns eingekauft hat, zeichnet sich dieses Bauvorhaben durch eine weitere Besonderheit aus: durch die „Ökonomisierung der Diakonie“ (so der Titel einer kirchennahen Publikation aus dem Jahr 2004), die 2002 u.a. zur Bildung der methodistischen Aktiengesellschaft Agaplesion führte, ist das nun unter dieser Rechtsform auftretende Kirchenkapital plötzlich kompatibel mit anderen Kapitalgruppen, was einen Prozess der gegenseitigen Durchdringung in Gang setzt. Asklepios gehört zu den großen Konkurrenten des expandierenden Agaplesion-Konzerns: Noch im Juni 2007 schwärzte man Asklepios beim Kartellamt an (siehe „Presse 2007-1“). Jetzt hält Asklepios acht Prozent des noch nicht gebauten „gemeinnützigen“ Klinikums, und nach Meinung vieler „Beobachter“ wird es dabei nicht bleiben. Der vom Senat zum „Standort“ gemachte öffentliche Sparbierplatz ist damit zugleich Schauplatz einer neuen Phase in der Konkurrenz auf dem Gesundheits-„Markt“. Die Privatisierer der öffentlichen Fläche, die ihre „Ökonomisierung“ noch unter dem vor Steuern und Gewerkschaften schützenden Titel der „Gemeinnützigkeit“ betreiben, werden von anderen Privaten okkupiert.
Siehe auch
Nachrichten
Februar 2008
Agaplesion kauft das Evangelische Krankenhaus Gießen
Giessener Anzeiger, 2. Februar 2008:
... Die Agaplesion gemeinnützige Aktiengesellschaft hat das „Evangelische Krankenhaus Gießen“ gekauft. Unter dem Dach der neuen Kapitalgesellschaft "Evangelisches Krankenhaus Mittelhessen GmbH" werden das „Evangelische Krankenhaus Gießen“ und die „Pneumologische Klinik Waldhof GmbH“ im Lahn-Dill-Kreis zusammengeführt und in die Agaplesion gAG integriert. Der bisherige Trägerverein des Evangelischen Krankenhauses übernimmt 25 Prozent der Anteile an der GmbH. Die Agaplesion AG, bisher schon Hauptanteilseignerin der „Pneumologischen Klinik Waldhof GmbH“, wird mit 75 Prozent Mehrheitsgesellschafter. Bereits seit Frühjahr 2005 beabsichtige Agaplesion diesen Kauf. Auch die Lungenfachklinik Greifenstein soll möglichst bald integriert werden. Dazu sei eine umfangreiche Erweiterung in Gießen geplant, so Vorstandschef Weber. Ein Antrag auf Fördermittel sei bereits beim hessischen Sozialministerium eingereicht worden. "Wir rechnen damit, dass das Land Hessen unser Vorhaben finanziell unterstützen wird", hofft Weber. ...
Siehe auch
- Homepage des Evangelischen Krankenhauses Gießen
- Erfahrungsbericht(e) zum Evangelischen Krankenhauses Gießen bei klinibewertungen.de
- Meldungen der Initiative gegen die Bebauung des Sparbiersportplatzes
Oktober 2008
Sparbierplatz
Info der Initiative gegen die Bebauung des Sparbiersportplatzes 21.10.08:
Darum geht es:Mehr unter: http://keindiakonieklinikum.blogger.de/stories/1190625/#zwisch10
- Das Diakonie-Klinikum auf dem einem gemeinnützigen Zweck zur Verfügung gestellten Sparbierplatz sollte zum Monument einer sinnvollen Maßnahme des Rechtssenats werden. Mit der Kernschmelze des Kreditsystems wird es nun zum steinernen Memorial einer guten Investition.
- Die Kirchenbank, die als Hausbank des Diakonieklinikums fungiert, ist in eine Spekulation mit Lehman Brothers-Zertifikaten verwickelt.
- In der Talkshow Anne Will am 19. Oktober versuchte Wolfgang Huber, Bischof und Oberboss aller Diakone, mit einer üblen Verschwörungstheorie von der Rolle seines Vereins in dieser Finanzkrise abzulenken.
Siehe auch
- Homepage der Agaplesion gAG
- Ver.di Landesbezirk Hessen FB3: Agaplesion - Evangelische Aktiengesellschaft ohne Arbeitnehmerrechte? (Februar 2002)
- Initiative gegen die Bebauung des Sparbiersportplatzes: über Agaplesion (12.03.06)
- Ver.di Kirchen.info: Agaplesion AG – die Anatomie eines Konzerns (Nr. 2, Sommer 2004)
- Gayfliegenpilz: Agaplesion AG (evangelische Aktiengesellschaft) plant jetzt doch Großpflegeheim in Frankfurt Bornheim und geht auch in Hamburg rücksichtslos gegen Bürgerinteressen vor! (16.10.04)
- Pressemitteilung United Planet: Alle Daten im Griff: Klinikgruppe Agaplesion setzt verbundweites Qualitätsmanagement-Portal ein (23.10.07)
- Diakonie

